Wohin zum Parken in der City? Neues Leitsystem für 420.000 Euro

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Das neue Parkleitsystem unterteilt das Innenstadt-Parken in in vier Farb-Zonen.

Lüdenscheid - Die Bergstadt bekommt ein neues Parkleitsystem. Viel Vorarbeit ist geleistet, aber trotzdem wird es noch bis 2020/21 dauern, bevor die defekten, einst dynamischen Parkleit-Schilder abgebaut und durch neue Hinweisschilder eines statischen Systems ersetzt werden.

Das Parken in der Bergstadt wird farbig. In vier recht gedeckten Tönen – rot, gelb, grün, orange – wird der suchende Autofahrer künftig zum Knapp, ins Zentrum, in die Alt- oder Oberstadt geleitet – allerdings läuft die Umsetzung erst langsam an.

 Vor einem Jahr war das Ordnungskonzept für Lüdenscheids rund 2500 öffentliche und private Stellplätze im zuständigen Ausschuss auf Zustimmung gestoßen. Den Löwenanteil stellt dabei das Zentrum mit 1851 Parkplätzen, gefolgt von der Altstadt (406), der Oberstadt (166) und dem Knapp (108).

 Für 2020/21 sei die bauliche Umsetzung vorgesehen, sagt Nina Niggemann-Schulte vom Fachdienst Verkehrsplanung und -lenkung. Dazwischen liegt die langwierige Routine vom Planungsauftrag über die detaillierte Standortbestimmung und die Zusammenstellung der erforderlichen Leistungen in einem Leistungsverzeichnis. Das bildet die Basis für die Ausschreibung. Im Haushalt stehen für das Komplettpaket 420 000 Euro bereit.

 Damit sind die Tage der seit Langem nutzlos gewordenen Hinweistafeln gezählt, die einst dynamisch die Auslastung der angeschlossenen Parkflächen ausgewiesen haben. Denn die werden im Zuge der Errichtung des neuen Parkleitsystems abgebaut. Circa 60 alte Wegweiserstandorte gebe es; diese Zahl steigt mit den neuen Standorten leicht an, auf 67.

 Derzeit, so Fachdienstleiter Christian Hayer, würden alle neuen Standorte mit Unterstützung eines externen Büros überprüft – in Hinsicht auf die genaue Lage und Ausrichtung in der Örtlichkeit, auf die Dimensionierung von Fundamenten und gegebenenfalls Montageoptionen, auf Konflikte mit Leitungstrassen, Besitzverhältnisse sowie weitere standortbezogene Details.

 Aufwendig dürfte auch der Abbau des alten Systems samt der dazugehörigen Verkabelung für die einst dynamische Anzeige werden – man könne die Schilder eben nicht einfach umhängen, so Nina Niggemann-Schulte. Die Entscheidung sei gegen ein neues dynamisches System gefallen, nicht zuletzt, weil es bei weitem das Budget übersteige. 

Allerdings habe man durchaus im Hinterkopf, dass man das neue System auch nachträglich noch über eine App dynamisieren könne.

 Zielgruppe sind insbesondere ortsunkundige Autofahrer. Die Frage, ob der in der Regel nach Navi Fahrende heutzutage überhaupt noch ein innerstädtisches Parkleitsystem brauche, haben die Planer für sich beantwortet: „Nach wie vor wird nach Wegweisern gefahren“, sagt Nina Niggemann-Schulte. Das merke man an einschlägigen Anfragen, warum etwa der Bahnhof nicht ausgeschildert sei. Man könne nicht einfach davon ausgehen, dass alle nach Navi führen. 

Außerdem fördere die Nennung der Parkzielbereiche Knapp, Zentrum, Altstadt und Oberstadt die Identifikation mit dem jeweiligen Stadtbezirk. Dass die Parkplatzsucher zunächst ihre grobe Zielrichtung festlegen und sich dann auf verschiedene Standorte verteilen, ist eine weitere Hoffnung.

 Die Zielführung in die vier Lüdenscheider Himmelsrichtungen beginnt an den fünf Hauptknoten, über die die Hauptverkehrsstraßen in die Stadt führen. Konkreter wird’s erst im Nahbereich der Parkhäuser und Parkpaletten, wenn die dann auch namentlich genannt werden.

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