„Devils First Kiss“ als Einstieg in den Alkohol

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„Theater-Spiel“ aus Witten zeigte ein Stück über Alkohol.

Lüdenscheid - Während Zigaretten bei Jugendlichen immer mehr an Popularität einbüßen, gewinnt der Alkohol, vor allem in Form der süßen „Alkopops“, immer mehr an Stellenwert bei der jungen Klientel. Der Geschmack der Getränke verschleiert allzu oft, wie viel Alkohol doch noch in den bunten Drinks – im Schnitt zwei bis drei Pinnchen Hochprozentiges pro Flasche - enthalten ist.

Das Theaterstück „Alkohölle“ der Gruppe „Theater-Spiel“ aus Witten wurde gestern in der Fachklinik für Suchtkranke in Spielwigge für Patienten der Klinik sowie 145 Schülerinnen und Schüler des Bergstadt-Gymnasiums und ihre Lehrer aufgeführt.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Präventionsaktivitäten der Fachklinik angeboten und vom Förderverein der Fachklinik Spielwigge, vom Förderverein des BGL sowie von Alexander Neumann vom Kinder- und Jugendreferat Lüdenscheids gesponsert. Dem packenden Vier-Personen-Stück gelingt auf effektive Weise die Balance zwischen lustigen und ergreifenden Szenen, die die meisten Jugendlichen im Saal nicht nur oberflächlich berührten. Dabei wurden zwei Parallelhandlungen miteinander verknüpft. Während die 19-jährige Lena (Fritzi Eichhorn), die in der Werbeagentur ihrer Tante Maxi (Beate Albrecht) arbeitet, mit allem Enthusiasmus und gegen den Willen ihrer in Finanznot steckenden Tante einen lukrativen Werbeauftrag für den Alkopop „Devils First Kiss“ entgegennehmen möchte, debattiert Al (Tobias Vorberg) in der Hölle mit Leas bei einem Unfall im Alkoholrausch verstorbenen Vater. Al ist nicht nur der Leibhaftige selbst, sondern auch jener ominöse Werbekunde, der Lea mit seinem Auftrag wie einst ihren Vater in den Alkoholtot treiben will. Dabei stellt das Stück insbesondere im Zusammenspiel von Al und Lena dar, wie der Alkohol Besitz von einem Menschen ergreifen kann. Lenas Vater (Wolfgang Pätsch) möchte seine Tochter vor den eigenen Fehlern bewahren, hat dazu aus dem Jenseits jedoch kaum mehr die Möglichkeit. Dieser Charakter stellt das emotionale Element des Stückes dar und trägt am Ende entscheidend zu dessen nachhaltiger Wirkung bei. Im Anschluss an die Aufführung hatten die Zuschauer noch reichlich Gelegenheit, mit dem Ensemble über das Problem der Alkoholsucht zu diskutieren. -  bot

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