Wirtschaftsprüfer-Kanzlei GBMP

Erweiterung über den MK hinaus: Neuer Partner in Gummersbach

Besprechung zwischen dem Gummersbacher Büro (Bildschirm: Ulrich Peeters, links, und Matthias Walfort) und den Lüdenscheidern (von links: Marc Alexander Mähler, Ingo Grote, Harald Mähler).
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Besprechung zwischen dem Gummersbacher Büro (Bildschirm: Ulrich Peeters, links, und Matthias Walfort) und den Lüdenscheidern (von links: Marc Alexander Mähler, Ingo Grote, Harald Mähler).

Es gibt nicht viele Zahlen, die Wirtschaftsprüfer Harald Mähler Angst machen. Aber dass er selbst schon seit 40 Jahren Partner bei GBMP (Grote, Benninghaus, Mähler und Partner) ist und die Kanzlei selbst schon vor mittlerweile mehr als 60 Jahren an den Start ging – „Das sind alles Zahlen, die mich zu Tode erschrecken.“ Gelassener wird er wieder, wenn er sieht, dass Tradition sich verjüngt und zugleich verbreitet.

Lüdenscheid - Gerade hat man neben Lüdenscheid, Kierspe und Meinerzhagen den vierten Standort, in Gummersbach, aufgenommen: die alteingesessene Sozietät Faulmann-Peeters mit dem neuen Partner Ulrich Peeters.

Der Standort sei neben den Kriterien Kompetenz und Struktur auch wichtig für die Entscheidung gewesen, sagt Mähler: „Gummersbach ist ja schon Rheinland. Ein Rheinländer kommt nicht auf die Idee, zu einem westfälischen Steuerberater zu gehen.“ Bei der Region setzt der Klient also offensichtlich ebenso auf Verbundenheit wie bei den oftmals langjährigen Beziehungen zu seinem Steuerberater. Auch deshalb freut sich Harald Mähler, dass trotz Verjüngung die vertrauten Namen bleiben, weil sich Leidenschaft für Zahlen offenbar vererbt: 2006 wurden unter anderem Guido Benninghaus und Ingo Grote als Partner aufgenommen, 2015 kam Marc Alexander Mähler dazu.

„Besser für die Spezialisierung“

„Wir leben hier von typisch sauerländischen Unternehmen. Die können wir. Das ist in Gummersbach ähnlich“, sagt Harald Mähler. Zudem werde es im Steuerrecht nicht einfacher, eher komplizierter. Daher gilt: „Größere Einheiten sind besser für die Spezialisierung.“

Zumal die Arbeitsbelastung in diesen Zeiten stark angestiegen ist. Und nicht nur das: Leider, da sind sich die Wirtschaftsprüfer, Steuer- und Rechtsberater bei GBMP einig, habe man gerade bei den Bundeshilfen zuletzt doppelte Arbeit gehabt. „Gut gemeint, schlecht umgesetzt“, urteilt Ingo Grote angesichts der Abläufe, die Betrieben in Not durch Bundeshilfe das Überleben sichern sollen. Doch diese Schnittstelle zum Mitte Februar freigeschalteten Online-Portal des Bundes funktionierte lange nicht richtig. Alles habe man deshalb manuell noch einmal eingeben müssen, jeden Monat, für jeden Klienten. Auf diese Weise sei schnell ein Nachmittag für einen Mandanten weg. „Alles doppelte Arbeit“, ärgert sich auch Ingo Grote. Mittlerweile läuft’s. Dass nun Anwälte oder Steuerberater zwischengeschaltet sind, ist für die GBMP-Vertreter trotz der Zusatzbelastung durchaus sinnvoll: „Es läuft geplanter“, sagt Ingo Grote. Der anfängliche Missbrauch, die hohe Zahl an Rückzahlungen, die sich verändernden Bedingungen – „da wurde so mancher Antrag gestellt, den wir nicht gestellt hätten“, sagen die Profis. Aber sie sagen auch: „Das packt man alles mehrfach an.“

Die Stimmung unter der bunten Mischung von Mandanten sei derzeit „eigentlich nicht schlecht“, ist der Eindruck von Harald Mähler, vor allem, wenn sie vom Export lebten. Auch der Handwerksbereich verdiene gutes Geld. Aber es gebe eben kein einheitliches Bild: „Es kommt darauf an, mit wem Sie reden.“ Dass die Planbarkeit fehle, die Rahmenbedingungen sich zu schnell änderten, werde durchweg als Belastung gesehen.

Die Pandemie beschleunigt bestimmte Entwicklungen. So wird eine Wand des Besprechungszimmers in einer der Büroetagen am Rathausplatz inzwischen von einem Großbildschirm dominiert. Das ermöglicht gefahrlose Treffen, unkompliziertes Arbeiten. Unter den Partnern, mit Mandanten. „Im Grunde geht es nicht ohne persönlichen Kontakt“, sind sich die Berater trotzdem einig. Aber: „Es ist effizienter“, räumt Ingo Grote ein. Fahrzeit fällt weg, man sei fokussierter, zum Beispiel auch bei Seminaren. Und trotzdem: „Die Kaffeepause fehlt. Mal das Gespräch zwischendurch.“ Das Persönliche. Das Pröhlken zum Warmwerden. Oder das Verzällche. Denn das neue Büro bringt eben auch ein paar neue rheinische Vokabeln mit ins gemeinsame Geschäftsleben.

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