Der Wirt zahlt die Zeche

Die Gäste des Brauhauses Schillerbad rauchen im Freien – und haben damit, so die Brauhaus-Mitarbeiter, kein Problem.

Lüdenscheid -  Ein blauer Klappstuhl und ein weißer Blumentopf stehen vor der Eingangstür der Gaststätte Zur Glocke an der Werdohler Straße. Glocken-Wirt Angelos Hazikulakis hat sie für seine rauchenden Gäste aufgestellt – um dem Rauchverbot, das seit 1. Mai ohne Einschränkungen gilt, Rechnung zu tragen.

Seine Gäste sind davon nicht begeistert, da ist sich Angelos Hazikulakis sicher. „Viele wollen nicht gesehen werden, während sie draußen stehen und rauchen.“ Echte Einbußen verzeichnet der Glocken-Wirt noch nicht, aber dem Winter sieht er mit einem mulmigen Gefühl entgegen. „Wollen Sie draußen im Regen und in der Kälte stehen und rauchen? Bestimmt nicht“, versetzt sich Hazikulakis in seine rauchende Kundschaft. Doch sind abnehmende Gästezahlen nicht der einzige Grund für Angelos Hazikulakis Sorgen. „Ich habe von Kollegen gehört, dass die Zechprellerei zunimmt.“ Noch ist es in der „Glocke“ nicht zum Äußersten gekommen – auch weil Angelos Hazikulakis mit wachsamen Augen auf seine Gäste achtet. „Bei meiner Standkundschaft rechne ich nicht damit, aber bei neuen Gästen bin ich vorsichtig.“

Dass Vorsicht geboten ist, weiß auch Mate Renic, Mitarbeiter des Steakhauses am Piepersloh. „Wir hatten Restaurantgäste, die ohne zu zahlen gegangen sind. Sie sagten, sie wollten vor der Tür rauchen. Und dann waren sie weg.“ Der betroffene Kellner sei in Tränen ausgebrochen, weil er für den entstandenen Schaden aufkommen musste. „Die Gäste hatten eine Plastiktüte mit Einkäufen zurückgelassen. Später haben wir gesehen, dass in der Tüte nur ein leerer Schuhkarton war.“ Und noch etwas muss das Steakhaus am Piepersloh beklagen. Die Gäste der Bierstube, die früher dreimal am Tag zum Rauchen ihres geliebten Schwarztabaks gekommen sind, bleiben nun aus. „Sie hatten eigene Fächer für Tabak und Pfeife, die sind jetzt leer“, erklärt Mate Renic. Für den Winter wird das Steakhaus Piepersloh einen beheizten Pavillon im Außenbereich aufstellen, um Rauchern ein wenig Komfort zu bieten.

Patrick Tofote, Inhaber der Gaststätte Hulda am Markt, kann noch nicht klagen – „während der Biergartensaison ist alles in Ordnung“. Aber der Winter mache ihm Bauschmerzen. „Da werden einige Gäste zuhause bleiben.“ Ganz gelassen sind die Mitarbeiter des Brauhauses Schillerbad. „Unsere Gäste rauchen draußen – da hat sich niemand beklagt“, erklärt Brauhaus-Mitarbeiterin Jessica Vogt.

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