„Wir könnten mehr als das Doppelte verkaufen“

Schlossherr Alhard Freiherr von dem Bussche-Kessell leitete am Samstagvormittag die Holzauktion der Forstverwaltung Schloß Neuenhof. 50 Bieter waren gekommen.

LÜDENSCHEID ▪ „Die Nachfrage nach Brennholz ist in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Wir könnten locker das Doppelte von dem verkaufen, was wir zurzeit einschlagen“, sagt Jan-Hinrich Brötje.

Der Förster der Gräflichen Forstverwaltung Schloß Neuenhof verteilt an diesem Vormittag gemeinsam mit Forstwirt Frank Schneider die Bieter-Nummern. Rund 50 Interessenten haben sich am Samstag auf dem Holzplatz am Schloß Neuenhof eingefunden, um eines der 43 Lose der Brennholzversteigerung, insgesamt rund 200 Festmeter, zu ergattern. In ihnen sind die überwiegend von der Buche stammenden Hölzer zusammengefasst. Die einzelnen Stücke sind vier bis fünf Meter lang, haben einen Durchmesser von 20 Zentimetern und liegen in haushaltsgerechten Poltern am Waldweg.

Doch bevor es in den Wald geht, gibt der Hausherr eine kurze Einweisung: „Sobald das Mindestgebot 100 Euro überschreitet, wird in Zehn-Euro-Schritten gesteigert“, so Alhard Freiherr von dem Bussche-Kessell. Neben dem Preis spielt natürlich auch die Sicherheit eine Rolle. Nur wer einen „Motorsägen-Führerschein“ vorweisen kann und zudem die nötige Schutzkleidung mitbringt, darf den natürlichen Brennstoff selber verarbeiten und auch abtransportieren.

Das größte Los trägt an diesem Vormittag die Nummer sieben und hat einen Umfang von rund 8,5 Festmetern: Mindestgebot 275 Euro. „Damit lässt sich der eigene Kamin ein Jahr lang beheizen“, so der Freiherr. Der Preis bleibt nur eine kurze Momentaufnahme. Durch Handzeichen werden die Gebote abgegeben. Am Ende wechselt das Los für 470 Euro den Besitzer. Das Auf- und Ab an der heimischen Holzbörse hat Unay Turgay ganz genau im Blick. „36 Euro für den Festmeter sind meine absolute Schmerzgrenze“, so der Lüdenscheider. Die Brennholzpreise hätten sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre verdoppelt, klagt er.

Ein ganz anderes Problem plagt Rolf Uecker. Obwohl der private Holzvorrat für die nächsten sechs Jahre halten sollte und der heimische Garten aus allen Nähten platzt, muss er mitbieten: „Ein kleines Los würde ich schon noch nehmen“. Holger Kluin möchte hingegen gleich den Bedarf für die kommenden zwei Jahre decken.

„Die Preise sind relativ moderat geblieben“, fasst Förster Jan-Hinrich Brötje die Versteigerung zusammen. Und obwohl die Industrie den kompletten Holzeinschlag kaufen würde, hält die Gräfliche Forstverwaltung an den privaten Brennholzkunden fest. „Forstwirtschaft hat schließlich auch etwas mit Langlebigkeit zutun.“

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