„Wir hier“: Ausstellung stößt auf große Resonanz

Groß war die Resonanz auf die Ausstellungseröffnung „Wir hier“.

LÜDENSCHEID ▪ Großes Lob von berufener Stelle gab es am Sonntag anlässlich der Eröffnung für die Ausstelltung „Wir hier“ in den Lüdenscheider Museen.

Gastredner Prof. Dr. Klaus J. Bade war begeistert von dem Konzept, das sich im wesentlichen von vielen anderen Ausstellungen zum Thema Migration unterscheide. „Die Grunderfahrungen, die die Gruppen verbindet, die hier gemeinsam leben“ zur Grundlage zu machen, sei eine besondere Leistung. Wie nah diese Ausstellung an der Realität und den Menschen der Stadt ist, zeigte die große Resonanz bei der Eröffnung. Mehr als 400 Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, viele von ihnen bislang keine regelmäßigen Museumsbesucher, drängten sich im Foyer des Hauses. Auch das war für Bade ein Zeichen dafür, dass die Integration über die Politiker in Berlin nur reden, in den Städten längst angekommen ist.

Der Historiker Bade ist seit rund 30 Jahren als Migrationsforscher tätig und war unter anderem Begründer des Osnabrücker „Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien“ (IMIS) und des „bundesweiten Rates für Migration“ (RfM). Er betonte den Vorbildcharakter, den die Ausstellung „Wir hier“ seiner Meinung nach für andere Städte haben sollte: „Vor 30 Jahren wären Sie für dieses Konzept noch standrechtlich erschossen worden“, sagte er in provokanten Worten, die auch seinen Festvortrag zum Thema „Migration und Integration – historische Antworten auf aktuelle Fragen?“ kennzeichneten. Immer wieder gab es spontanen Beifall für Äußerungen, die hart ins Gericht gingen mit Politikern, die seit Jahrzehnten die Integration verschlafen und sich der Erkenntnis verweigert hätten, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei. Bade regte an, die Ausstellung nach ihrem Ende in einem Dokumentationszentrum für Migration dauerhaft zu zeigen.

Zuvor hatten bereits Bürgermeister Dieter Dzewas und Dr. Dietmar Simon die Besonderheit dieses Ausstellungsprojektes für Lüdenscheid hervorgehoben. Wichtig war allen der Dank und die Wertschätzung für die Mitarbeiter des Museums, dieses bislang einzigartige Forschungsprojekt zu stemmen. Das Museumsteam bedankte sich seinerseits für die breit gefächerte Unterstützung aus der Bevölkerung. Kuratorin Michaela Ernst hoffte, dass das Wir-Gefühl, das bei allen Beteiligten bereits entstanden ist, über die Ausstellung hinaus in die ganze Stadt wirkt.

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