„Jeden Tag Geld mitbringen müssen“

Schlangestehen musste auf dem Schützenplatz Loh niemand – die Fahrgeschäfte und Attraktionen blieben leer.

LÜDENSCHEID – „Katastrophenkirmes“ – diesen unrühmlichen Titel verleiht Timo Hartmann der Medardus-Kirmes der Lüdenscheider Schützengesellschaft (LSG).  „Und wir sind froh, wenn es vorbei ist“, betont der Schausteller.

Mit dem Großfahrgeschäft „Fliegender Teppich“, dem großen Trampolin, einem Kinderkarussell und einer Imbiss-Bude ist die Schausteller-Familie Hartmann angereist. Seit acht Jahren kämen sie regelmäßig zum Schützenplatz Loh. „Doch so etwas haben wir noch nicht erlebt. Besonders der Sonntag war schlimm. Wir haben noch Geld dazu getan“, stellt er bezüglich der Einnahmen des „Fliegenden Teppichs“ fest. Etwas besser sei es nebenan beim Kinderkarussell gelaufen und an der Imbiss-Bude hätten die Schausteller mehr Geld verdient als an dem Großfahrgeschäft.

Kirmesplatz "wirkt unattraktiv"

Eine Ursache für das Dilemma sei natürlich das Wetter, meint Timo Hartmann. Allerdings kritisiert er auch die Ausstellung der Fahrgeschäfte und Buden auf dem Platz: „Es wirkt unattraktiv. Man hätte einiges anders machen können.“

Im Gegensatz zur Schausteller-Familie Hartmann – die übrigens im kommenden Jahr wiederkommen möchte – hat Jo Heintges schon gestern Mittag mit dem Abbau begonnen. „Am Sonntag haben wir 200 Euro eingenommen“, sagt der Imbiss-Buden-Betreiber. Mit einem Hinweis auf die Personalkosten und die Standgebühren stellt er fest: „Wir haben jeden Tag Geld mitbringen müssen. Mich sieht hier in Lüdenscheid keiner mehr wieder.“

In "Regenscheid" fast immer schlecht

„Hier in ,Regenscheid‘ ist es fast immer schlecht, aber dieses Mal war es extrem“, sagt Doris Virnich, die mit ihrer Crêperie und einer Glücksspiel-Bude vor Ort war. Ob sie 2011 wieder kommt, weiß sie momentan noch nicht.

Unzufrieden ist aber auch Klaus Müller, Platzwart der Lüdenscheider Schützengesellschaft: „Drei Schausteller, die fest zugesagt hatten, sind nicht gekommen“, ärgert er sich. Sowohl der Betreiber der Geisterbahn als auch der des Großfahrgeschäftes „Alpha 1“ – es sollte eine Hauptattraktion auf dem Loh sein – hätten kurzfristig abgesagt. Zudem blieben die Standplätze zweier Ausspielgeräte verwaist – zum Beispiel der des „Greifers“. „Einem Schausteller fehlte angeblich ein Ersatzteil, der andere hatte Motorprobleme“, berichtet Müller. Regresspflichtig seien die Schausteller gegenüber der LSG nicht. „Um die Standgebühren trotz der Absagen zu erhalten, müssten wir gesonderte Verträge mit den Schaustellern abschließen. Und das machen die nicht mit“, stellt der Platzwart fest. - cwi

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