„Wir geben unsere Albesa nicht auf“

Der Lüdenscheider Bali Baliu mit seiner kleinen Nichte Albesa, die an Leukämie erkrankt ist. Die Achtjährige wird im Klinikum Düsseldorf behandelt.

LÜDENSCHEID – Die achtjährige Albesa Berisha hat Leukämie. Seit Anfang des Jahres 2008 wird sie in Deutschland medizinisch versorgt. Der Lüdenscheider Bali Baliu, Onkel der kleinen Albesa, hat seine Nichte aus dem Kosovo geholt, damit Albesa eine Überlebenschance hat.

„Albesa liebt das Leben. Sie träumt davon, selbst Kinder zu haben und wünscht sich ein Mädchen.“ Wenn Bali Baliu von seiner achtjährigen Nichte spricht, leuchten seine Augen. „Sie kämpft und wir geben sie nicht auf“, betont der 38-jährige Lüdenscheider. Leise fügt er hinzu: „Auch, wenn die Ärzte ihr nur noch eine geringe Chance einräumen.“

Anfang des Jahres 2008 hat Baliu das kleine Mädchen aus dem Kosovo nach Deutschland geholt. „Sie hat Leukämie und im Kosovo gab es keine medizinische Hilfe“, sagt er. Seit dem hat Albesa viel durchgemacht: Chemotherapie, Knochenmarksverpflanzung und viele weitere Operationen, da sich Pilze im Gehirn und der Lunge festgesetzt hatten. „Sie lag im Koma. Oft haben wir gedacht, Albesa würde sterben, aber sie hat es immer geschafft.“ Drei Monate musste die Kleine alleine im Krankenhaus verbringen – erst dann gelang es ihrem Onkel, Albesas Mutter Naxhije Berisha nach Deutschland zu holen. Seitdem ist die Mutter ihrer Tochter nicht mehr von der Seite gewichen.

Als klar war, dass eine Knochenmarksspende notwendig wird, holte Baliu Albesas kleinen Bruder Elmar nach Deutschland. Seinen Vater und seine zweite Schwester, Qendresa, hat der Fünfjährige seither nicht mehr gesehen. „Die deutsche Ausländerbehörde erlaubt die Einreise nicht. Aber wir haben wieder einen Antrag gestellt“, hofft Bali Baliu, die Familie bald wieder vereinen zu können.

Eigentlich sollte die kleine Patientin bald aus dem Klinikum Düsseldorf entlassen werden und gemeinsam mit Elmar und Naxhije Berisha wieder in den Kosovo zurückkehren. „Es ging Albesa immer besser. Doch dann kam der letzte Test“, erzählt der Onkel des kleinen Mädchens mit belegter Stimme. „Die Leukämie ist wieder da. Die Chemotherapie hat wieder begonnen. Eine Stammzellentherapie ist geplant.“

Die Behandlung der Kleinen sei zunächst über die Aktion „Ein Herz für Kinder“ finanziert worden, berichtet Baliu. Inzwischen sei es ihm gelungen, die Achtjährige in der gesetzlichen Krankenversicherung anzumelden. „Bruder und Mutter haben keinen Krankenschutz“, bedauert der Lüdenscheider. Während Albesas Mutter fast durchgängig bei ihrer Tochter im Krankenhaus lebt, kümmern sich alle Verwandten gemeinsam um den kleinen Elmar. „Er besucht wenigstens als Gast den Kindergarten“, sagt Bali Baliu. Der Lüdenscheider hat für die Familie jetzt eine Wohnung in der Bergstadt angemietet. „Ich versuche, für alle Kosten aufzukommen“, schildert er seine Bemühungen nicht nur für seine eigene, sondern auch für Albesas Familie zu sorgen.

Wer die Familie finanziell unterstützen möchte, kann gerne auf das Spendenkonto der kleinen Albesa einzahlen: Albesa Berisha, Deutsche Bank Lüdenscheid, BLZ 450 700 24, Konto-Nr.: 2 02 11 45 00.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare