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Winterbilanz im MK: Astbrüche, Verzögerung bei Müllabholung

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Von: Bettina Görlitzer, Julian Witzel, Kerstin Zacharias

Nach einem eisigen Wochenende mit Eisregen und Schnee hat der Winter auch zu Beginn der neuen Woche Lüdenscheid fest im Griff. Während sich am Wochenende viele Lüdenscheider an die Empfehlung der Einsatzkräfte hielten und zu Hause blieben, musste der eine oder andere dann am Montagmorgen doch ins Freie – und hatte bisweilen mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Lüdenscheid – Nach einem eisigen Wochenende mit Eisregen und Schnee hat der Winter die Bergstadt auch zu Beginn der neuen Woche fest im Griff. Während sich am Wochenende viele Lüdenscheider an die Empfehlung der Einsatzkräfte hielten und zu Hause blieben, musste der eine oder andere dann am Montagmorgen doch ins Freie – und hatte bisweilen mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Im Großen und Ganzen blieb ein Chaos jedoch – ähnlich wie am Wochenende – aus.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

„Die Straßen sind weitestgehend befahrbar. Wir sind seit 3 Uhr unterwegs und aus unserer Sicht ist alles gut gelaufen“, machte Andreas Fritz, stellvertretender Werkleiter des STL am Montag deutlich, verwies jedoch auf die anhaltenden Schneefälle. Bereits am Sonntag seien die Fahrer seit 5 Uhr im Einsatz gewesen, um gegen die Eisschicht und den andauernden Schneefall vorzugehen. „Positiv bemerkbar hat sich gemacht, dass nicht viele unterwegs waren.“ Und das galt auch für den Berufsverkehr am Montagmorgen. „Da war nicht so viel los wie an regulären Tagen.“ Parallel zum Winterdienst habe es auch immer wieder Einsätze gegeben, bei denen die Mitarbeiter brüchige Äste entfernen mussten.

Winterbilanz im MK: Müllabfuhr mit Startproblemen

Auch die Müllabfuhr hatte zum Start in die Woche mit Problemen zu kämpfen. „Die Tour werden wir nicht schaffen“, räumte Fritz ein. Waren die Fahrten zunächst leicht verspätet gestartet – „Auch wir mussten unsere Fahrzeuge erst einmal freikratzen“ – gestaltete sich die Entsorgung dann doch zunehmend schwierig. Während nicht abgeholter Hausmüll in der nächsten Woche geleert werde, soll der Sperrmüll an der Straße liegen bleiben – er soll noch im Laufe der Woche abgeholt werden, zur Not auch am Samstag, hieß es in einer Pressemitteilung der Stadt am Montagnachmittag. Fritz‘ dringende Bitte in diesem Zusammenhang ist deswegen auch, die Gegenstände draußen liegen zu lassen, da sie in jedem Fall abgeholt werden.

Für weitere Verzögerungen sorgte das bis 18 Uhr am Montagabend ausgesprochene Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf Westfalens Autobahnen. Dadurch mussten die Fahrzeuge des STL, der den Hausmüll aus Lüdenscheid auf einer Deponie in Iserlohn entsorgen lässt, den Umweg über die Landstraße nehmen. „Aber einen Teil können wir auch zeitversetzt nach Iserlohn bringen. Das bekommen wir schon hin“, zeigte sich Fritz optimistisch. Ganz andere Schwierigkeiten könnte es hingegen bei der Leerung der Tonnen geben, denn: „Je nach Befüllung könnte der Inhalt festfrieren und in der Tonne stecken bleiben“, wirbt Fritz um Verständnis, sollte die Füllung nicht vollständig aus der Tonne rutschen.

Nachdem die Märkische Verkehrsgesellschaft den öffentlichen Personennahverkehr am Wochenende aufgrund der Wetterverhältnisse komplett eingestellt hatte und die Busse in den Depots blieben, wurde der Betrieb am Montag wieder aufgenommen – allerdings zunächst nur eingeschränkt. „Die Wetterlage bestimmt die Einsatzlage. Deswegen ist es für uns auch nicht absehbar, wann wir wieder den geregelten Fahrbetrieb aufnehmen. Wir können keine besonderen Maßnahmen ergreifen, sondern müssen einfach abwarten“, sagt MVG-Pressesprecher Jochen Sulies. Entscheidend sei dabei auch die Rückmeldung der Fahrer. Denn diese seien die Experten und jeden Tag auf der Straße, erklärt der Pressesprecher.

Winterbilanz im MK:

Die Feuerwehr war allein am Sonntag durchgehend mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, um Gefahrenstellen durch umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste zu beseitigen. Etliche vom Eisregen regelrecht ummantelte Stämme landeten auf Straßen und Gehwegen. Einsatzleiter Tim Hens fuhr etliche Einsatzstellen als erster an und sondierte die Lage, so dass weitere Kräfte zielgerichtet alarmiert werden konnten. An einigen Stellen kam die Drehleiter zum Einsatz, um Äste abzusägen. Dort, wo es möglich war – zum Beispiel an wenig frequentierten Gehwegen – wurden die Gefahrenstellen zunächst abgesperrt, damit Mitarbeiter des STL am Montag Stämme und Äste beseitigen konnten.

Bis zum Montag hatte sich die Einsatzlage der Feuerwehr Lüdenscheid nicht geändert. Insgesamt 16 Einsätze wurden seit den Sonntagmorgenstunden gefahren – dabei mussten die Feuerwehrleute in erster Linie die Straßen von umgestürzten Bäumen oder Ästen befreien. „Größere Zwischenfälle gab es nicht. Die Verkehrslage war auch relativ ruhig. Das war auch dem Sonntag geschuldet, da ist immer weniger Verkehr. Auch am Montagmorgen war alles ruhig“, erklärt Mark Schöttler von der Feuerwehr Lüdenscheid.

Winterbilanz im MK: Wenig Unfälle, mehr Gefahrenstellen

Auch der Bahnverkehr geriet witterungsbedingt ins Stocken: Nachdem es bereits am Wochenende zu Zugausfällen gekommen war, setzte sich dies auch am Montag fort. Viele Züge fielen aus, andere fuhren mit Verspätung. Davon betroffen waren auch die Züge der Regionalbahn 25 von Köln in Richtung Brügge sowie die Regionalbahn 52 von Lüdenscheid in Richtung Hagen. Wie es am Mittag von einer Bahnsprecherin hieß, könne der Verkehr auf der Linie RB 52 voraussichtlich nicht vor dem Nachmittag wieder aufgenommen werden. „Wir raten allen Reisenden und Pendlern, die ihre Fahrt nicht verschieben können, ihre Verbindung rechtzeitig vor dem geplanten Fahrtantritt auf bahn.de/aktuell zu überprüfen.“

„Es gab vergleichsweise wenig Unfälle, sondern mehr Gefahrenstellen durch umgestürzte Bäume oder herabgefallene Äste“, sagt Polizei-Pressesprecher Christof Hüls. „Die Fahrer haben sich den Witterungsbedingungen angepasst“, zieht Hüls ein positives Fazit.

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