Faustregel: Von O(stern) bis O(ktober)

Winter- statt Sommerreifen: So läuft der Corona-Reifenwechsel ab

Keil+Riemen Werkstatt Auto Reifenwechsel Winterreifen
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Auch in der Werkstatt „Keil + Riemen“ von Norbert Priesnitz (im Bild Mitarbeiter Sebastian Wolfschmidt) laufen schon seit Anfang Oktober die Reifenwechsel – unter Einhaltung der Hygienevorschriften.

Wenn die Tage wieder kürzer werden, die Temperaturen fallen und sich der erste Frost ankündigt, dann wird es in den Autowerkstätten wieder hektisch: Es ist die Zeit des Reifenwechsels – und daran ändert auch die Corona-Pandemie wenig.

Denn: „Die Winterreifen müssen nun einmal drauf“, wissen die heimischen Kfz-Betriebe. Und doch läuft es in diesem Jahr etwas anders ab, gilt es – ähnlich wie beim Wechsel im Frühjahr – gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

„Wir haben auch in diesem Jahr wieder sogenannte Radwechsel-Samstage eingeführt, um für alle Beteiligten ein wenig den Druck herauszunehmen und die Termin-Anfragen ein bisschen zu entzerren. Und das kommt uns in Corona-Zeiten natürlich gelegen“, erklärt Sascha Helbig vom gleichnamigen Auto-Service an der Weststraße. Während die Mitarbeiter in festen Teams und im Schichtbetrieb arbeiten, machten die Samstage, an denen 60 bis 80 Reifenwechsel stattfinden, eine bessere Steuerung der Situation möglich. „Wir können die Termine so vergeben, dass sich die Kunden möglichst nicht begegnen.“

Betreten der Werkstätten nicht erlaubt

Denn: Wie schon im Frühjahr gilt, dass die Werkstatt nicht betreten und – wenn möglich – auch nicht vor Ort gewartet werden soll. „Aber darauf haben sich die Kunden mittlerweile auch eingestellt, sodass es dahingehend auch keine Probleme gibt.“ Dennoch werde in Werkstatt und Büro natürlich auf die Einhaltung der Hygienevorschriften geachtet – also vom Mund-Nasen-Schutz über die Abstände bis hin zum regelmäßigen Desinfizieren von Schlüsseln und EC-Geräten.

Und das ist auch in anderen Werkstätten ähnlich: Abstandsaufkleber auf dem Boden, Desinfektionsmittel sowie Hinweise auf die Maskenpflicht finden sich auch in der Werkstatt „Keil+Riemen“ von Norbert Priesnitz – auch dort laufen die Radwechsel seit Oktober. „Und zwar nicht weniger als vor Corona-Zeiten.“ Im Gegenteil: „Vom Gefühl her würde ich sagen, dass die Kunden früher dran sind als in den vergangenen Jahren — vielleicht, weil sie insgesamt vorsichtiger geworden sind und auf Nummer sicher gehen wollen. Sie planen langfristiger“, glaubt Priesnitz.

„Bei uns läuft es ähnlich wie im vergangenen Jahr – nur eben mit Mundschutz“, bringt es Toni Turturro vom City Auto Service an der Humboldtstraße auf den Punkt. Viele Kunden hätten bereits ihre Reifen wechseln lassen, bei anderen stehe dies noch aus. „Wir sind bei Weitem noch nicht durch“, erklärt Turturro beim Blick auf die bei ihm eingelagerten Reifen. Aber: „Vereinbarte Termine werden auch wahrgenommen – das war im Frühjahr noch anders“, erinnert er sich. Während der ersten Corona-Welle hätten viele Kunden den Wechsel-Termin nach hinten verschoben. „Das ist jetzt anders – es sei denn, jemand muss in Quarantäne“, erinnert sich Turturro an einen Fall, bei dem das Auto nicht abgeholt werden konnte, weil sich die Person kurzfristig in Quarantäne begeben musste.

Neben dem Reifenwechsel nimmt der „normale“ Werkstattbetrieb seinen Lauf – auch in Corona-Zeiten. Engpässe bei der Lieferung von Ersatzteilen habe es laut der befragten Werkstätten nur in Einzelfällen gegeben – die häufig benötigten Verschleißteile seien immer lieferbar gewesen. Turturro: „Der Vorteil unseres Handwerks ist, dass die Autos nun einmal gebraucht werden. Da gibt es andere Branchen, die derzeit ganz anders betroffen sind.“

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