Windschutz an „Zuccaba“: Halil Özince abgeblitzt

Mit seinem inzwischen entfernten Windschutz am Café „Zuccaba“stieß Betreiber Halil Özince am Mittwoch im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt auf starken Gegenwind.

Lüdenscheid - Zwar fand die Online-Petition für die Windschutz-Konstruktion am Café Zuccaba bis Mittwoch weit über 1000 Unterstützer. Im Planungs- und Umweltausschuss stand Betreiber Halil Özince am Abend aber allein auf weiter Flur. Enttäuscht verließ er nach einer knappen Stunde den Ratssaal.

Zuvor hatten ihm Ausschussvorsitzender Björn Weiß in einem 20-minütigen Monolog und Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, deutlich klar gemacht, dass er gegen bestehende Regeln der Gestaltungssatzung verstoßen habe. Außerdem sei im Schadensfall die Haftung nicht gewährleistet gewesen, betonte Bärwolf.

Björn Weiß passte die gesamte Vorgehensweise nicht. „Die Bürger werden nicht übergangen, wie es in Leserbriefen und Kommentaren auf Facebook hieß. Es hat öffentliche Sitzungen und Veranstaltungen zum Thema Gestaltungssatzung gegeben. Von den öffentlichen Fragestunden wurde nur sehr wenig Gebrauch gemacht. Außerdem steht jedes Ratsmitglied als Ansprechpartner zur Verfügung und kann kontaktiert werden“, erklärte Weiß. „Regeln müssen für alle gelten. Stimmungsmache über Facebook machen und dadurch an allen Beteiligten vorbei etwas legitimieren zu wollen, halte ich für unfair.“

Bärwolf bezeichnet den inzwischen entfernten Windschutz als „abenteuerliche Konstruktion“, die nicht zulässig gewesen sei. Regeln könnten durchaus geändert werden: „Wir sind da auch gesprächsbereit. Aber das ging so nicht.“

Halil Özince nutzte schließlich das ihm eingeräumte Rederecht, um seine Position zu erläutern. Sechs hundert Kilogramm schwere Blumenkübel hätten dafür gesorgt, dass sich der Windschutz keinen Millimeter habe von der Stelle bewegen können. „Ich habe das gebaut und 3000 Euro investiert, auch in eine Beleuchtung, passend zum Weihnachtsmarkt. Keiner von der Verwaltung hat sich das angeguckt“, übte er Kritik am Vorgehen der Stadt. Jeder Geschäftsmann müsse sich daran halten, was die Satzung hergebe, lautete die Antwort. „Bei einer Veranstaltung der Stadt im vergangenen Jahr mit rund 50 Geschäftsleuten ist die Satzung von allen Beteiligten für gut befunden worden und die Verwaltung als konstruktiv und entgegenkommend gelobt worden“, erinnerte zudem Björn Weiß.

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