Windräder vor Comeback

Der Aufbau des Rölveder Windrades: Folgen demnächst noch deutlich mehr?

LÜDENSCHEID - Auch im Lüdenscheider Rathaus meldete sich die Enervie AG jetzt in Sachen Windkraft – und präsentierte eine Untersuchung zu günstig gelegenen Flächen für ergiebige Wind-Ernten. Das bestätigte Planungsamtsleiter Martin Bärwolf gestern. Wie berichtet, will der heimische Stromversorger 350 Millionen Euro bis 2020 in Windkraft investieren – rund 40 Millionen im Jahr. Dabei fasst Enervie erklärtermaßen auch neue Standorte auf dem eigenen Gebiet ins Auge.

In Lüdenscheid gibt es heute nur die Anlage am Leisberg, dazu im noch geltenden Flächennutzungsplan (FNP) die Areale „Nördlich Leisberg“ und „Östlich Hellersen“. Doch die sind für kleine Solo-Räder gedacht – zu wenig für das vor Jahren erklärte Ziel, bis 2020 bei der Energie-Erzeugung 40 Prozent weniger Treibhausgase zu produzieren. Nach Fukushima erhalten Windmühlen indes Rückenwind. So gab die NRW-CDU ihren Widerstand dagegen auf, und die rotgrüne Landesregierung kündigte einen Erlass zur Lockerung der strikten Ansiedlungsregeln für Windrädern an. Vom Sturm Kyrill gerodete Waldflächen dürften dann mit Windanlagen bebaut werden.

In Lüdenscheid gäbe es damit zwei neue Möglichkeiten: In Oberhunscheid sieht der neue FNP-Entwurf ohnehin eine Vorrangfläche vor, daneben liegt eine Kyrill-Fläche, somit wäre ein „Windpark“ mit vier Mühlen denkbar.

Doch bevor sie im neuen FNP Wind darum macht, will die Stadt den Erlass abwarten. Morgen im Planungsausschuss soll ein Sachstandsbericht zu Vorrangflächen im Plan erstmal vertagt werden. Bärwolf: „Wir wollen den FNP ohne das Thema weiterführen, bis wir klar sehen.“

Feiert die Windkraft dann ein Comeback? Zuletzt hatten sich Bürger vielfach dagegen gewehrt, wegen der „Spargel“ im Landschaftsbild oder aus Angst vor Lärm und Schattenwurf. Laut Bärwolf bestehen viele mögliche Einwände fort, zugleich gibt es im Enervie-Gebiet grundsätzlich viel Potenzial: Vor drei Jahren erklärte Dr.-Ing. Wolfgang Mauch von der Münchener Forschungsstelle für Energiewirtschaft in einem Gutachten für Enervie mehr als 100 neue Räder von Hagen bis Olpe für möglich. Nicht wenige davon würden wohl an der A 45 aufgebaut.

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