Enervie sei bessere Alternative

Widerstand gegen Windrad an der Verse bröckelt

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Lüdenscheid - Ein Windrad an der Versetalsperre: Die Enervie-Gruppe hält an ihren Planungen für den Bereich Berghahn fest. Auf Seite der Lüdenscheider Lokalpolitik beginnt der Widerstand zu bröckeln.

Als Bekanntgabe verlas Bürgermeister Dieter Dzewas in der Ratssitzung die Antwort des regionalen Energieversorgers auf den Lüdenscheider Protest vom 7. Oktober, in dem der Rat noch einmal auf Bedenken in der Bergstadt gegen die große Anlage mitten im Naherholungsgebiet aufmerksam gemacht hatte.

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Ein zentrales Argument der Enervie griff in der Sitzung SPD-Ratsherr Jan Eggermann auf. Die Enervie-Gruppe hat das Gelände unweit Spielwigge und Schwiendahl bereits gepachtet. Sollte Enervie auf den Bau der Anlage verzichten, so das Antwortschreiben an den Rat, gehe man davon aus, dass der Grundstückseigentümer seinerseits den Pachtvertrag beenden und sich einen neuen Projektentwickler suchen werde.

Planungsausschuss soll sich mit dem Thema beschäftigen

Aus Eggermanns Sicht wäre das aber die schlechtere Alternative. Ohne über Sinn und Unsinn des Projekts neu diskutieren zu wollen, sei jetzt zu entscheiden, ob die Anlage durch ein Unternehmen mit städtischer Beteiligung errichtet und betrieben werde oder durch ein fremdes Unternehmen, auf das man keinerlei Einfluss habe. Auf Anregung von Dzewas soll diese Überlegung jetzt in den Planungs- als entsprechenden Fachausschuss getragen werden.

Windrad soll auf dem Berghahn errichtet werden

Errichtet werden soll die Anlage im vorhandenen Nadelwaldbestand auf dem 460 Meter hohen Berghahn mit einer Nabenhöhe von 141 Metern und einem Rotordurchmesser von 117 Metern. Insgesamt erreicht sie damit eine Höhe von 200 Metern und würde die Homert als höchsten Punkt Lüdenscheids um mehr als 100 Meter überragen.

Märkischer Kreis ist für Genehmigung zuständig

Einfluss auf Bau oder Nichtbau hat die Stadt selbst inzwischen aber nicht mehr. Genehmigungsbehörde ist letztlich der Märkische Kreis, nachdem die Stadt Lüdenscheid in der Vergangenheit keine Vorrangzonen für Windkraft ausgewiesen hat. Vor diesem Hinterrund können interessierte Betreiber aber in einer Einzelfallprüfung die Eignung potenzieller Standorte untersuchen lassen und derartige Anlagen beantragen. Diesen Weg geht gerade Enervie am Berghahn – immerhin Wasserschutzzone 2 und daher mit dem Verbot von Baumaßnahmen belegt.  - von Florian Hesse

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