Strom für die Märkischen Kliniken

Windkraft für Hellersen auch mit großer Anlage

LÜDENSCHEID – Steigende Strompreise sind vom Single-Haushalt bis zum Großkonzern ein Thema. Irgendwo dazwischen liegen die Märkischen Kliniken in Hellersen – natürlich mit derselben Problematik. Auf der Campushöhe ist der Gedanke an Wind natürlich naheliegend.

Doch es geht nicht nur um vier Kleinwindanlagen auf dem Krankenhausdach, sondern auch um eine große Anlage in Autobahnnähe.

„Bislang sind das aber alles reine Gedankenspiele“, unterstreicht Andreas Herzhoff, technischer Leiter des Klinikums. Denn bevor der Einstieg in erneuerbare Energien erfolgen kann, muss die Stadt ihren Bebauungsplan ändern. Für das Dach des Krankenhauses sind bis zu vier Kleinanlagen mit einer maximalen Leistung von jeweils zehn Kilowatt vorgesehen. Die bislang zugelassene Gebäudehöhe müsste dafür um 13 Meter aufgestockt werden. In einer Bürgeranhörung Mitte vergangenen Monats hatten Anwohner bereits Bedenken unter anderem wegen Lärmbelästigung geäußert. Deutlich höher hinaus soll es mit einer Zwei- bis Drei-Megawatt-Anlage in unmittelbarer Autobahnnähe gehen. „Das Genehmigungsverfahren läuft, erst nach einem positiven Abschluss können wir in die Detailplanung einsteigen“, so Markus Kimmeskamp, Bereichsleiter Instandhaltung und Betriebstechnik.

Über allem steht das Abfangen der von Experten prophezeiten weiter steigenden Strompreise. Deshalb sollen mögliche Anlagen über kurze Wege direkt ins eigene Campus-Stromnetz einspeisen. „Windkraft aus der Nordsee müsste über Netzbetreiber verteilt werden und wäre damit für uns unwirtschaftlich“, erklärt Herzhoff. Eine Kabelverbindung über einen bis zwei Kilometer Luftlinie hätte klare Vorteile.

Welche Anlagen in der unterschiedlichen Größenordnung sind geeignet und wirtschaftlich und wie wird die Erschließung realisiert? Herzhoff: „Dazu gibt es noch keinerlei Festlegung.“ Immerhin so viel: Kleinanlagen gibt’s zum Stückpreis von rund 60.000 Euro, Anlagen mit einer Nabenhöhe von hundert Metern und dieser Watt-Leistung liegen bei zwei Millionen Euro. Die Amortisierung solle bei acht Jahren liegen.

Auf zwei Millionen Euro beläuft sich die jährliche Stromrechnung allein fürs Klinikum Hellersen. Von 2003 bis 2010 haben sich die Kosten verdoppelt. Kimmeskamp: „Wir sind am Ende der Optimierungen. Von neuer Beleuchtung bis zum Blockheizkraftwerk ist alles ausgeschöpft.“ Es gehe darum, weniger Fremdstrom einzukaufen. - be

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