Juni: Willi Denecke

LÜDENSCHEID - Fast jeder Lüdenscheider hatte schon einmal mit Willi Denecke zu tun, ohne ihn jedoch zu kennen. Jedenfalls jeder, der in der Vergangenheit schon einmal bei Hussel oder Tchibo eingekauft oder im Supermarkt eine Zimbo-Wurst in den Einkaufswagen gelegt hat.

Denn zum Top-Management dieser Unternehmen gehörte der 64-jährige Bergstädter gut drei Jahrzehnte lang. In den nächsten Monaten wird Lüdenscheid Willi Denecke allerdings auch persönlich kennenlernen – als Initiator und Organisator des Familienmonats Famo im Oktober.

Der Famo: Das sind etwa 130 Einzelveranstaltungen von der Kunstausstellung in der Städtischen Galerie über das Kindertheater im Kulturhaus bis hin zu zahlreichen Workshops, Vorträgen und Mitmach-Aktionen. Der Famo: Das ist vor allem unglaublich viel Vorbereitungs- und Überzeugungsarbeit.

Willi Denecke

Wie kommt man auf die Idee, solch ein Mammut-Projekt zu initiieren? Und was ist das für ein Mensch, der hinter dem Famo steckt? Zuallererst muss man selbst aus tiefer Überzeugung Familienmensch sein, um Sponsoren und Unterstützer für etwas wie den Familienmonat begeistern zu können. Man muss – wie Willi Denecke – selbst Familie leben.

Der gebürtige Lüdenscheider ist nicht in einem begüterten, aber – wie er erzählt – in einem „sehr intakten“ Elternhaus aufgewachsen. Er erinnert sich gern an die Fahrradtouren mit Eltern und Geschwistern durch das Sauerland. Geschlafen wurde in Jugendherbergen. Willi Denecke musste dabei schon früh lernen, auf seinen eigenen Beinen zu stehen. Bereits mit 16 Jahren verlor er seinen Vater. Die Mutter starb später an Multipler Sklerose. Fünf Jahre lang pflegte er sie zuhause. Diese Erfahrungen haben ihn geprägt. Und deshalb möchte er heute vermitteln, dass ohne Familie „alles nichts ist“.

Willi Denecke selbst „lebt“ Familie – trotz seines anstrengenden und zeitfressenden Berufs als selbstständiger Unternehmensberater. Ohne den bedingungslosen Rückhalt durch seine Ehefrau Elke könnte er den Famo nicht stemmen. Sohn Jan Sebastian hat schon längst beschlossen: „Papa, ich mache beim Famo mit!“ Er betreut den Famo-Internetauftritt und die Facebook-Aktivitäten.

Die Töchter Jeannine und Alexandra leben in Hamburg, können die aktuellen Aktivitäten ihres Vaters nur aus der Ferne mit viel Sympathie begleiten. Zwei Enkel gibt es auch schon: Moritz und Anton. „Wenn die beiden in Lüdenscheid sind, dann lasse ich alles andere stehen und liegen und bin nur für sie da“, lächelt Willi Denecke.

Einmal im Jahr übrigens ist bei den Deneckes Großfamilie angesagt. 55 Mitglieder der Familie treffen sich zum Advents-Kaffeetrinken. Aber nicht nur die Familie ist Willi Denecke wichtig, sondern auch ein intakter Freundeskreis. So trifft er sich noch heute mit fünf Schulfreunden einmal monatlich zum Stammtisch.

Und dann ist da natürlich noch Willi Deneckes Nichte, die Bonner Künstlerin Christiane Rücker, die – wie ihr Onkel – aus Lüdenscheid stammt. Deren großes künstlerisches Thema war schon immer die Familie. Zu ihrem 40. Geburtstag versprach er ihr: „Ich organisiere dir eine Ausstellung in Lüdenscheid“. Aus der Ausstellung wurde der Famo. Und aus dem Famo wurden 60-Stunden-Wochen mit – beispielsweise – etwa 80 Besuchen in Lüdenscheider Unternehmen, um Unterstützer zu gewinnen.

Willi Denecke ist ein überzeugter Ehrenamtler. So engagiert er sich beispielsweise auch seit Jahren als Vorsitzender des Fördervereins der Lüdenscheider Jugendfeuerwehr. Er sagt: „Jeder Top-Manager müsste eigentlich auch ehrenamtlich aktiv sein, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren.“

Man könnte Willi Denecke noch stundenlang zuhören, wenn er von seinen Plänen und von sich erzählt. Aber damit würde man ihm zu viel Zeit wegnehmen. Zeit, die er im Moment doch so dringend für den Famo braucht.

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