LL will Bürgern gegen Google Street View helfen

Bilder von öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus sind auch im Internet kein Problem – aber was ist mit Privathäusern?

LÜDENSCHEID - Die Lüdenscheider Liste (LL) will Bürgern helfen, die sich gegen eine weltweite Veröffentlichung von Bildern ihrer Häuser durch den Internet-Konzern Google im Programm „Street View“ (Straßenansicht) wehren wollen.

Die LL hat für die kommende Ratssitzung einen Antrag gestellt. Kommt er durch, müsste die Stadtverwaltung im Bürgerbüro Vordrucke für Widerspruchsschreiben gegen Google Street View auslegen und sammeln. Auch würden dann Musterformulare ins Internet eingestellt, zumindest aber ein Link, also eine Verbindung dorthin, auf der städtischen Seite platziert. Die gesammelten Widersprüche sollen dann an Google Germany geschickt werden – die LL will für die Portokosten aufkommen.

Ferner soll die Verwaltung prüfen, „ob es möglich ist, für jeden Kilometer Straße, der von Google Street View fotografiert wird, eine Sondernutzungsgebühr zu erheben, wie es die Stadt Ratingen beschlossen hat“.

Zur Begründung erläuterte LL-Fraktionschefin Angelika Linnepe: „Unerwünschte Bilder, auf denen das eigene Wohnhaus, das Auto, man selbst oder die eigenen Kinder zu sehen sind, sind widerspruchsfähig.“

Google hat inzwischen zugesagt, Gesichter und Autokennzeichen zu löschen. Daher dürfte es vor allem um die Gebäudeansichten gehen – und die Rückschlüsse, die sich daraus ziehen lassen. Für Linnepe ist jedenfalls klar: „Jeder Bürger soll selbst entscheiden können, ob er, seine Familie oder sein Eigentum durch Google Street View weltweit im Internet für jeden erkennbar sein sollen.“ Gründe dafür müssen nicht genannt werden. Allerdings sollen im Widerspruch Straße und Hausnummer, Gebäudefarbe, Zäune und Nachbarhäuser beschrieben sein.

Google hatte kürzlich zugegeben, auch private Daten aus offenen Internet-Funknetzen gespeichert zu haben: „In Frankreich wurden persönliche Passwörter für E-Mail-Postfächer aufgezeichnet“, erinnert die LL-Chefin. Die Hamburger Staatsanwaltschaft habe am 19. Mai wegen der Datensammlung ein Ermittlungsverfahren gegen Google eingeleitet.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare