Wildschweine: Ungebetene Gäste im Gemüsebeet

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Marga Coordt (l.) und Nachbarin Hildegard Jochmann ärgern sich über die Schäden, die die Wildschweine in ihren Gärten angerichtet haben.

Lüdenscheid - Es war ein Schreck in der Morgenstunde: Als Marga Coordt Anfang der Woche in ihren Garten kam, glaubte sie ihren Augen nicht – Wildschweine hatten ihre Gemüsebeete zerpflügt und kaputt gemacht. Und nicht nur bei ihr: Auch ihre Nachbarn in der Straße Markhahn waren betroffen.

„Wir haben alle einen Schrecken bekommen“, erzählt die 85-Jährige und zeigt auf die Beete, die sie im Frühjahr mühevoll angelegt hatte. Die Kartoffelpflanzen sind aus der Erde gerissen, vom Salat ist nicht mehr viel übrig. Lediglich der Grünkohl hat tapfer standgehalten. „Man hat jetzt schon ein komisches Gefühl, wenn man abends alleine nach Hause kommt“, erzählt Marga Coordt. Seit 62 Jahren wohne sie nun schon in ihrem Haus, Besuch von Wildschweinen hatte sie in all den Jahren noch nie.

Für Marcus Teuber, Leiter des Forstbetriebsbezirks Lüdenscheid, sind solche Vorfälle nichts Ungewöhnliches: „Es kommt immer wieder mal vor, dass eine Rotte Wildschweine Gärten aufsucht, vor allem, wenn die Frischlinge da sind und die Tiere im Familienverband unterwegs sind. Dann legen sie auch größere Strecken zurück.“ Da derzeit Getreide und Mais noch nicht so weit seien, suchten sich die Tiere andere Quellen, um an ihren Eiweißvorrat zu gelangen. Da zum einen die Wildschwein-Population zugenommen habe, zum anderen die Bebauungen auch immer mehr in die Natur vorrückten, „verirrten“ sich die Tiere eben auch schon einmal in Gärten. „Da helfen nur Schutzmaßnahmen wie ein Zaun oder Elektrodraht“, so der Fachmann.

Zugleich versichert er, dass die Jäger im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles daran setzten, die Population der Tiere im Rahmen zu halten. „Doch es gilt für die Jäger eben auch, die Jagdzeiten einzuhalten. Und dann müssen sie die Tiere auch erst einmal finden.“ - kes

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