Auch Parteien sind Diktat unterworfen

Wildes Plakatieren für Techno-Party: Werbe-Firma mahnt Veranstalter ab - Filippek: „Macht mich...“

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Lüdenscheid - Nach der Strafforderung von mehr als 1000 Euro an drei Veranstalter der Wendelpfad GbR wegen wilden Plakatierens äußert sich jetzt Jupp Filippek von der Partei Die Linke dazu - und macht seinem Unmut Luft.

Nicht nur in Großstädten, auch in jeder mittelgroßen Stadt gehöre „wildes Plakatieren“ zum Stadtbild. Viele unattraktive und dunkle Ecken und Wände würden dadurch bunt, und die Menschen würden so direkt über die Veranstaltungen in ihrer Stadt informiert.

Das sei auch viele Jahre in Lüdenscheid möglich gewesen, schreibt Jupp Filippek von der Partei Die Linke in Lüdenscheid nach der Strafforderung von mehr als 1000 Euro an drei Veranstalter der Wendelpfad GbR wegen wilden Plakatierens.

Früher ging Plakatieren in Ordnung - "Keiner hat sich daran gestört"

"Ich selbst war als Stadtjugendpfleger in den 80er-Jahren mit Kolleginnen und Kollegen mit dem Kleistereimer unterwegs, um für Veranstaltungen im Atelier der Kerksighalle, im Haus der Jugend und dem Jugendzentrum Schillerbad zu werben. Keiner hat sich daran gestört“, erklärt Jupp Filippek.

Seit einigen Jahren aber herrsche „Ordnung in der Stadt“. Wer werben wolle, müsse mit den mickrigen Werbetafeln einer Firma vorliebnehmen, mit der die Stadt einen Generalvertrag abgeschlossen hat. Dass die Stadt dieser Firma auch noch hoheitliche Aufgaben der Sanktionierung bei „Verstößen“ abgetreten habe, mache ihn sprachlos, meint Filippek. „Das kann nicht hingenommen werden.“

Auch Parteien dem Diktat unterworfen

Auch die Parteien seien diesem Diktat unterworfen. Sie dürften im Wahlkampf nur auf den Werbetafeln dieser Firma werben. Bis vor einigen Jahren seien von der Stadt für die Parteien Werbetafeln aufgestellt worden. In allen Städten des Märkischen Kreises werde das nach wie vor praktiziert. In Iserlohn und Schalksmühle können die Parteien laut Fillipek selber an geeigneten Stellen ihre Plakate aufhängen. 

So werde Chancengleichheit hergestellt und der Bürger erfahre, dass Wahlkampf ist und Wahlen anstehen. In Lüdenscheid erfahre man im öffentlichen Raum von diesem Ereignis nichts. Die Aktivität der Stadtverwaltung beschränke sich darauf, die Zahl der Plakate, die von den Parteien aufgehängt werden dürfen, festzulegen. Alles andere entscheide die besagte Firma und die dicke Rechnung komme postwendend.

Linke will sich für Aufhebung des restriktiven Werbekonzepts einsetzen

„Als Linke werden wir uns im nächsten Stadtrat dafür einsetzen, dass das restriktive Werbekonzept aufgehoben und wieder Möglichkeiten von freier, kostenloser und kreativer Werbung geschaffen werden“, sagt Filippek.

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