„Wilder Müll“ treibt Kosten

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Vorarbeiter Wolfgang Schumann (l.) und Daniel Bawinski bergen gestern Morgen einen Müllhaufen aus dem Wald im Mintenbecker Tal. Aus Erfahrung weiß Schumann, der bereits seit 31 Jahren beim STL tätig ist, dass solche wilden Müllberge schnell immer größer werden, wenn sie nicht zügig abtransportiert werden. ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Wilde Müllkippen“ und achtlos weggeworfene Abfälle aller Art stellten auch 2010 wieder einen erheblichen Kostenfaktor in der Bilanz des Stadtreinigungs-, Transport und Baubetriebs Lüdenscheid (STL) dar. Das zeichnet sich bei der Errechnung des Jahresabschlusses ab, der im ersten Quartal 2011 zusammengestellt wird.

„Wir erwarten erneut eine Gesamtmenge von deutlich mehr als 350 Tonnen“, erklärte der stellvertretende STL-Werkleiter Heino Lange auf Anfrage der LN. Bis Ende November 2010 seien 351 Tonnen registriert worden. Die Dezemberzahlen lägen noch nicht vor, doch dürften sie wegen des heftigen Wintereinbruchs im letzten Monat des Jahres wohl spürbar unter denen des Vorjahres liegen. Ein Teil der vom Schnee verdeckten wilden Müllhaufen werde dann wohl erst in der Jahresstatistik 2011 auftauchen.

Dennoch müsse man davon ausgehen, dass sich das Aufkommen an wildem Müll auf dem hohen Niveau von 400 Tonnen und mehr pro Jahr eingependelt hat, meinte Lange. Im Rekordjahr 2009 waren es 432,9 Tonnen, 2008 432,1 Tonnen, 2007 261 Tonnen und 2006 301 Tonnen.

Mit Blick auf die Kosten wird deutlich, dass die ausgeprägte Wegwerfmentalität vieler Mitmenschen einen beachtlichen Faktor in der Kalkulation der Müllgebühren ausmacht. Etwa 650 000 bis 700 000 Euro müssen jährlich dem Gebührentopf entnommen werden, um achtlos oder mutwillig weggeworfene Abfälle und Müll aller Art von den Straßen (vor allem im Bereich von Ampeln), aus Grünanlagen oder aus Wäldern zu „bergen“. Diese Summe macht etwa 15 Prozent der Gesamtkosten fürs Einsammeln und den Transport des Lüdenscheider Hausmülls und hausmüllähnlichen Gewerbeabfalls aus.

Beim STL sorgen inzwischen 30 feste Mitarbeiter für die Reinigung der Stadt, unterstützt von vier bis fünf Hartz-IV-Hilfskräften, die ausschließlich zur Beseitigung von wildem Müll eingesetzt werden. Gäbe es den Einsatz dieser Hartz-IV-Kräfte nicht, müssten noch einmal mindestens 100 000 Euro mehr aus dem Gebührentopf genommen werden, sagte der stellvertretende Werkleiter. ▪ wok

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