„Wilder Müll“ bleibt enormer Kostenfaktor

LÜDENSCHEID ▪ Die enorme Menge von 198 Tonnen achtlos oder mutwillig weggeworfene Abfälle und Müll aller Art haben STL-Mitarbeiter in den ersten sechs Monten des Jahres im Stadtgebiet geborgen –  von den Straßen (vor allem im Bereich von Ampeln), aus Grünanlagen oder aus Wäldern. „Es scheint so, als pendele sich die Jahresmenge im Schnitt mittlerweile auf mehr als 400 Tonnen ein“, erklärte Heino Lange, stellvertretender Werkleiter des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs Lüdenscheid (STL), im Gespräch mit den LN.

Im vergangenen Jahr lag die Gesamtmenge „wilden Mülls“ bei 432,9 Tonnen – ein neuer Rekord. 432,1 Tonnen waren es 2008, 261 Tonnen 2007 und 301 Tonnen 2006. „Es ist nicht zu verstehen, wie viel Mühe sich offenbar zahlreiche Bürger machen, auch schwere Betten, Matratzen und Schränke in die umliegenden Wälder zu schaffen, obwohl sie diese Sachen kostenlos im Rahmen der Sperrgutabfuhr an ihrer Haustüre abholen lassen könnten“, meinte Lange.

Die „wilden Müllkippen“ stellen einen erheblichen Kostenfaktor in der Bilanz des STL dar. Ein Blick auf die Kosten macht sehr deutlich, dass die ausgeprägte Wegwerfmentalität vieler Mitmenschen einen beachtlichen Anteil der Müllgebührenkalkulation ausmacht. Inzwischen müssen jährlich durchschnittlich rund 700 000 Euro dem Gebührentopf entnommen werden, um diese „wilden Abfälle“ einzusammeln. Diese Summe allein mache etwa 15 Prozent der Gesamtkosten fürs Einsammeln und den Transport des Lüdenscheider Hausmülls und hausmüllähnlichen Gewerbeabfalls aus, erläuterte der stellvertretende Werkleiter.

Beim STL sorgen 25 feste Mitarbeiter für die Reinigung der Stadt, unterstützt von vier bis fünf Hartz-IV-Hilfskräften, die ausschließlich zur Beseitigung von „wildem Müll“ eingesetzt werden. Gäbe es den Einsatz dieser Hartz-IV-Kräfte nicht, müssten noch einmal mindestens 100 000 Euro mehr aus dem Gebührentopf entnommen werden, meinte Lange.

Dringend angewiesen seien STL und Stadtstreife des Ordnungsamtes auf die Mithilfe der Lüdenscheider Bürgerinnen und Bürger. Verschmutzungen müssten gemeldet werden, damit sie nach und nach beseitigt werden können. Und wenn „Müllsünder“ auf frischer Tat erwischt werden, müssen sie mit Strafgeldern von 100 Euro und mehr rechnen.

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