Wilde Mallorca-Party im Dahlmann-Saal mit Markus Becker

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Markus Becker war der Stargast der Mallorca-Party im Dahlmann-Saal.

Lüdenscheid - Malle-Party bei Dahlmann und „Deejay“ René bestimmt den musikalischen Kurs durchs Universum von Spaßmusik, aufgebruzzelten Oldies und gesanglich garniertem Instant-Digi. Zur Erholung gibt’s dann auch einmal so etwas wie den einstigen Sommerhit „Mambo Number Five“ und das lustige Völkchen tanzt fröhlich vor der Bühne, bewegt sich zwischen den Stehtischen.

Der „Deejay“ setzt zum Vortrag an, brüllt „Zicke Zacke, Zicke Zacke“ ins Mikro und aus dem Saale schallt vielstimmiges „hoi, hoi, hoi“ zurück. Es ist etwa 23 Uhr, weitere Malle-Fans strömen herbei, langsam wird Platz Mangelware. Ab jetzt geht es geradewegs mit „Vollgas“ und „reißt die Hütte ab“ basslastig Richtung Hörsturz.

Der Knipser einer Primaten-Page bewirbt sich allenthalben als Animateur. Wild nickend feuert er feierndes Volk an, versucht seitlich der Bühne mit ausladender Fuchtelei das wogende Fest zu dirigieren. Dagegen verblasst „Deejay“ René, vor dessen Revier die erste Bierdusche des Abends aufs Volk niedergeht. „Hey, sie hatte nur noch Schuhe an“, dröhnt es aus den Boxen. Voll normal bei diesen Temperaturen. „Dann singen alle Mann dasselbe noch einmal...Humba, Humba, Tätäräää.“ Karneval ist das ganz Jahr, Malle überall. „Scheiß drauf, olé, olé und Shalala“ tönt’s und René kündigt Stargast Markus Becker an: „Eine gute Nachricht, er ist da...und wartet nur auf euch.“ Realsatire weit nach Mitternacht.

Fans nach vorne, die Tanzfläche leert sich allmählich. Nun sollte der Becker doch kommen. Die Bühne ist bereit für seinen Auftritt. Kontrollboxen in Position. Strohhüte und ein paar farbige Eimer mit Saufstengelchen dekoriert. Becker, einer der Helden von Arenal und Goldküste, spitzt hinter dem Vorhang hervor. Er kommt und singt zur mitgebrachten CD. In abgewrackter Jeans, schwarzem Shirt und kariertem Hemd und mit Hut knallt Mallorca-Cowboy Becker seinen fülligen Körper und sein strahlendes Lachen auf die Bühne. Da verströmt einer die Gewissheit, gemeinsam zu feiern – es funkt sofort zwischen dem sympathischen Pfälzer und seinem Publikum. Hier die Welle, Daumen hoch, gemeinsam singen und bewegen: Becker gönnt sich und dem Publikum keine Pause.

Schnell ist er schweißüberströmt und stöhnt „hier oben ist es heißer als auf Malle“. Wieder hat er den Nerv getroffen. Fast ist schon unwichtig, dass bei ihm die Regenwürmer husten, bunte Kühe erstehen und im Dorf die Bratkartoffeln blühen. Klar steht er für Malle-Musik, aber darüber hinaus bietet er eine ehrliche Show, macht Stimmung und dabei hilft ihm seine pralle Lebensfreude. Ein Urtyp von „Pälzer Bub und Krischer“, ein Pfiffikus mit bestrickender Präsenz auf der Bühne nimmt sein Publikum niveauvoll blödelnd mit, zaubert eine Riesenstimmung. „Dabber“ – schnell noch ein paar seiner bekanntesten Lieder zum Mitsingen. Zugaben obendrauf.

Wer glaubt, er verschwände am Ende der Show auf Nimmerwiedersehen hinter dem Vorhang, der sieht sich getäuscht. Becker taucht ab in der Menge, schließlich „will ich nach meinem Auftritt mit euch noch ein Alt trinken.“ Sagt er artig, denn bei ihm zu Hause in Landau ist das der „Trollschobbe“, das letzte Glas Wein vor dem Heimweg. Dieser Mallorca-Cowboy mag getrost wieder kommen. - Von Ulf Schwager

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