wi-swf: Neue Maschine, neue Adresse

Zuerst die Maschinen, dann werden die Umzugskisten ausgepackt. Zunächst wird nur das Erdgeschoss belegt, später noch eine Etage.

Lüdenscheid - Die meisten Maschinen sind schon da und arbeiten; solide hölzerne Umzugskisten mit Patentschrift, Akten und dem was sich seit Gründung 2011 angesammelt hat, warten noch aufs Auspacken.

Die sechs Mitarbeiter des Werkzeugbau-Instituts Südwestfalen (wi-swf) um Geschäftsführer Olaf Schmidt pendeln allerdings noch zwischen dem alten Domizil im Hasco-Gebäude Im Wiesental 77 und dem neuen an der Freisenbergstraße 19. Sie stehen auf Leitern, bauen nach Feierabend Büros aus, streichen Wände. Bis zur 3. Fachtagung des wi-swf am 11./12. November, mit dem die Räume eingeweiht werden sollen, bleibt noch viel zu tun.

Die neueste Maschine ist „schuld“ am Umzug. Denn die wiegt fast 15 Tonnen, eine Bodenbelastung, die in den von Hasco angemieteten Räumen nicht möglich war. Nun kann das Laser-Fräs-Bearbeitungszentrum ab Dezember richtig loslegen – ein Technologiesprung für das Kompetenzzentrum, das kleine und mittelständische Unternehmen mit Know-how unterstützt und Zukunftstechnologien erforscht. „Es wäre doch schön, wenn sich ein Lego-Elefant auch wie ein richtiger Elefant anfühlen würde“, nennt Michael Neumann ein Beispiel für Forschung zu bionischen Oberflächenstrukturen. Er hat die neu geschaffene Aufgabe als Manager Netzwerk, Forschung und Entwicklung übernommen.

„Eigentlich gehören wir mit ins Bahnhofsareal“, sagt Schmidt, in die Nachbarschaft von Kunststoff-Institut, Dial und des Instituts für Umformtechnik. Doch dafür seien die Maschinen zu schwer, der Raum zu knapp. An der Freisenbergstraße sei die Gesamtfläche gar nicht viel größer als vorher, nur anders verteilt: mehr Hallenfläche (300 Quadratmeter), weniger Bürofläche (160 Quadratmeter). Der Auszug bringe noch einen Vorteil: Man werde nicht länger fälschlicherweise als Abteilung von Hasco wahrgenommen.

Einen Etat für Umzug und Umbau gibt es schlichtweg nicht. So etwas ist für die Arbeit des angegliederten Instituts der FH Südwestfalen in der Förderphase nicht vorgesehen. Zu den Vorteilen – „wir können gut planen“ – gesellt sich ein Nachteil: „Wir dürfen kein Geld verdienen.“ Erst nach Ende der Förderphase im September 2015 und einer Sperrzeit, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, darf und muss das wi-swf wirtschaftlich arbeiten und Geld verdienen. Derzeit, so Schmidt, finanziere man sich über Aus- und Weiterbildungsangebote wie die Fachtagung, die unter dem Motto „Präzision planen, produzieren, nachweisen“ steht. Deshalb befindet man sich in der paradoxen Situation, zwar die modernsten Maschinen zu haben, aber kein Geld für 30 Seminarraum-Stühle. Vielleicht fällt den mehr als 60 Mitgliedern in der Trägergesellschaft noch eine pragmatische Lösung ein. - sum

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