Schlussverkauf: Wetterumschwung kommt zu spät

Für kleines Geld gibt es in diesem Sommer eine große Auswahl reduzierter Artikel wie Schuhe, Kleidung, Schmuck oder Accessiores.

Lüdenscheid - Bereits vor einigen Jahren wurde der offizielle Schlussverkauf abgeschafft – doch locken die Geschäfte auch in diesem Sommer wieder mit vielen Rabattaktionen.

Der sogenannte Sale findet in der Lüdenscheider Innenstadt seit knapp vier Wochen statt und lockt mit haufenweise Preisnachlässen von bis zu 70 Prozent. Ob Kleidung, Schmuck oder Schuhe, aus fast jedem Sortiment ist etwas dabei.

Neben auffälligen Schildern in den Geschäften ertönen sogar Aufrufe durch Freisprechanlagen aus einigen Läden und machen so auf die besonderen Aktionen aufmerksam. Wegen des zunächst stockend anlaufenden Sommers hatte es viel Ware in den Verkaufsstellen gegeben. Nun nutzen die Geschäftsleiter die Schönwetterphase, um möglichst viele Produkte zu vertreiben. „Das verregnete und kalte Frühjahr hat dazu geführt, dass die meiste Sommerkleidung hängen blieb. Nun müssen wir Platz schaffen und freuen uns über den späten Sommer. Mit dem schönen Wetter lief auch der Verkauf immer besser, und die vielen Sale-Aktionen dürften zur Freude unserer Kunden laufen“, berichtet Helga Vogel, Filialleiterin von C&A.

Von T-Shirts über Blusen bis hin zu Jeans sei vieles reduziert. Allmählich komme zwar bereits die neue Herbstware herein, doch bedeute dies noch kein Ende für den Sale. „Wir werden auch noch mit weiterer Sommerware beliefert. Ich würde sagen, wir haben gerade die Mitte der Rabattaktionen erreicht – unser Schlussverkauf geht noch weiter.“

Ebenso positiv steht Heike Benz, Filialleiterin von Super Street Shoes, dem Sommerverkauf entgegen. So lange die sonnigen Tage noch anhalten, solle auch die Ware verkauft werden: „Die Umsätze stimmen, und es ist toll, dass wir den Sommer doch noch ausnutzen können. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren läuft es viel besser.“ Allerdings bringe der späte Sommereinbruch auch Nachteile mit sich: Ein Großteil der Ware werde bereits im April oder Mai angeliefert, bei dem schlechten Wetter kaufe aber kaum ein Kunde leichtes oder offenes Schuhwerk. „Die Schuhe gehen dann an andere Filialen. Zum Beispiel nach Köln, wo die Nachfrage größer und das Wetter meist milder ist. Zwar ist es toll, dass wir jetzt noch viel verkaufen können, aber diese Artikel fehlen uns einfach.“

Mit diesem Problem kämpfen auch andere Lüdenscheider Geschäfte, die sich vom Sommerverkauf mehr erhofft hatten. Darunter auch Jack & Jones, wie Filialleiter Ernest Hariramajeyam erzählt: „Viel Ware ist schon vor Wochen an andere Städte gegangen, weil das Wetter so ungewöhnlich schlecht war. Jetzt ist der Sommer da, aber der Sale läuft für uns trotzdem nicht wie erwartet.“ Zwar würden einige T-Shirts und kurze Hosen gekauft, aber auch nicht mehr. Die Herbstware, die bereits zum Verkauf stehe, bleibe hängen. Und auch radikale Reduzierungen fänden nicht den erhofften Anlauf: „Wir haben beispielsweise Hemden stark rabattiert. Teilweise von 40 auf 10 Euro runtergesetzt, und dennoch bleiben sie hängen. Der Wetterumschwung kam einfach zur falschen Zeit.“

Insgesamt ist die Stimmung aber trotzdem positiv und Kauffreudige werden sich wohl weiterhin auf Schnäppchenjagd begeben dürfen. Der Sommer hat schließlich gerade erst begonnen.

Von Dana Mester

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