"Tigermilch" im Kulturhaus

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Nini (Ina-Lene Dinse) und Jameelah (Johanna Pollet) in "Tigermilch".

Lüdenscheid – Die unendliche Leichtigkeit des Seins ist das Privileg der Jugend. Auch für Nini (Ina-Lene Dinse) und Jameelah (Johanna Pollet) ist das so. Zumindest solange, bis die beiden Berliner Teenager-Mädchen Zeuginnen eines Ehrenmordes werden.

Mit einem vierköpfigen Ensemble zeigte das Westfälische Landestheater am Mittwochabend im Kulturhaus die Bühnenfassung von Stefanie de Velascos „Tigermilch“. Im Mittelpunkt: die beiden unzertrennlichen Freundinnen auf dem Weg ins Erwachsenwerden.

Jameelah droht die Abschiebung in den Irak. Und so wollen sich die beiden Berliner Mädchen ihren letzten Sommer unvergesslich machen, halten sich für unverwundbar, wollen ihre Entjungferung, die sich wie ein roter Faden durch das Stück zieht, vorantreiben.

Der Liebeszauber auf dem Kinderspielplatz soll helfen. Und genau dort endet die Kindheit – die Mädchen werden Zeuginnen eines Ehrenmordes. Doch Jameelah will nicht zur Polizei, um den Fall aufzuklären. Die Angst, von den deutschen Behörden in eine angebliche Heimat zurückgeschickt zu werden, hält sie zurück. Darüber droht die Mädchen-Freundschaft fast zu zerbrechen.

Kaum 80 Zuschauer wollten am Mittwochabend die Bühnenadaption des Buches sehen. Abschiebung, Ehrenmord und Entjungferung um jeden Preis scheinen keine Zugpferde für einen Abend im Theater zu sein.

Die Inszenierung selbst kam ohne mahnenden Zeigefinger daher. Die Geschichte will ein Stück Realität in Deutschland zeigen, umgesetzt in die Sprache der Jugend. Das Ensemble aus Ina-Lene Dinse, Johanna Pollet, Martin Geisen und Banar Fadil spielte überzeugend. Aber vielleicht wäre die Botschaft intensiver gewesen, wenn die Protagonistinnen nicht lange schon das Teenageralter verlassen hätten.

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