Ungerers „Die drei Räuber": „Zu klein, zu laut und zu pink“

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Das Ensemble des Westfälischen Landestheaters zeigte „Die drei Räuber“.

Lüdenscheid - Pausenlos und ohne künstliche Längen präsentierte sich am Mittwochnachmittag im Kulturhaus die Bühnenadaption der Ungerer-Geschichte „Die drei Räuber“. Das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel zeigte einmal mehr, dass von dort spielerisch und musikalisch gutes Theater geliefert wird.

Malente (Maximilian von Ulardt), Donnerjakob (Philip Butz) und der schreckliche Flint (Nils Daub) sahen zwar mit ihren langen Mänteln und hohen Hüten auf den ersten Blick grimmig aus, spielten sich aber schnell in die Herzen der kleinen Zuschauer. Ihr Beruf: Kutschen überfallen und Leute ausrauben. Bis sie auf das Mädchen Tiffany (Svenja Marija Topler) stoßen, die elternlos auf dem Weg ins Waisenhaus ist. „Zu klein, zu laut und zu pink“, beschließen sie zunächst, aber dann nehmen sie Tiffany doch mit in die Räuberhöhle. Und plötzlich entdecken die Räuber, dass sie eigentlich ja doch gute Seelen sind.

Eine leicht verständliche Geschichte auch für die Jüngsten im Saal. Eingängige Melodien von Tankred Schleinschock und den Bananafishbones und eine multifunktionale Bühnentechnik (Klaus Jeschke und Sebastian Jungermann) taten ihr Übriges für eine rundum schöne Inszenierung.

Der aus Straßburg stammende Jean-Thomas „Tomi“ Ungerer schrieb bereits 1962 das Märchen „Die drei Räuber“, das als Kinderbuchklassiker weltweit bekannt wurde. Die Bühnenadaption des Landestheaters hat den Reigen der visuellen Umsetzungen ohne Zweifel bereichert.

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