Westerwelle in Lüdenscheid: Voller Saal für FDP-Promis

LÜDENSCHEID ▪ FDP-Bundesvorsitzender Guido Westerwelle sorgte am Donnerstagabend für einen vollen Saal im Festsaal Hohe Steinert in Lüdenscheid.

„Die Angela Freimuth kenne ich schon seit den Achtzigern, da war sie noch ein Kind“, warb der FDP-Bundesvorsitzende, Außenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle gestern Abend vor 300 Zuhörern im Festsaal Hohe Steinert für die Landtagskandidatin aus Lüdenscheid. Die gab zurück: „Wir haben aber nicht zusammen im Sandkasten gespielt!“ – und fing sich vom großen Vorsitzenden prompt den Konter ein: „Angela, solche Komplimente nimmt man als Dame einfach mal hin!“ Sein Wahlkampfaufritt gerade für diese Kandidatin war laut Westerwelle „keine Pflichtübung – das kommt von Herzen!“

FDP bietet in Lüdenscheid viel Prominenz auf

Die Rollen waren gleichwohl klar verteilt. Freimuth hatte ihr Heimspiel mit dem Satz „Ich weiß, dass Sie alle nur gekommen sind, um meine Rede zu hören“, schmunzelnd eröffnet. Sie begrüßte alle in ihrer Heimatstadt, die heute auch den liberalen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler sehen wird – die FDP bietet in Lüdenscheid viel Prominenz auf. Die Landtags-Vizepräsidentin zog noch eine kurze wie positive Bilanz der schwarz-gelben Landesregierung, bevor sie Andreas Pinkwart ans Mikrofon rief.

Der Landesvorsitzende erinnerte an das „Erfolgsrezept soziale Marktwirtschaft“, das jetzt auch durch die Krise helfe. An die Rote Laterne, die NRW nach den SPD-Jahrzehnten in der Bildung trug. An die Öffnung der Hochschulen für Handwerks- und Industriemeister, an die neue Fachhochschul-Abteilung in Lüdenscheid und die Bereitschaft hiesiger Unternehmer, Stipendien zu bezahlen.

Ohnehin sei der Märkische Kreis „der Wachstumstreiber für ganz Deutschland“. Gerade die exportorientierten Hightech-Unternehmen hier bräuchten „helle Köpfe statt dunkler Bergbau-Schächte“. Beim Sparen habe die FDP zudem dafür gesorgt, dass allein 138 Landesbehörden aufgelöst wurden. Pinkwart: „Vermissen Sie eine davon?“

Guido Westerwelle zu Gast an der Hohen Steinert in Lüdenscheid

Westerwelle, mit großem Applaus empfangen, spielte nach dem familiären Beginn viel Wahlkampf-Routine aus. Kinder dürften kein Armutsrisiko sein, der Mittelstand sei zu entlasten – und vor allem: Leistung muss sich wieder lohnen. „Die allein erziehende Mutter, die abends erschöpft von der Supermarktkasse nach Hause kommt, muss dafür mehr im Portmonee haben, als wenn sie nicht arbeiten ginge!“

Diese „liberale Geisteshaltung“ übersetzte Westerwelle auch auf die Außenpolitik. Den klammen Griechen dürfe man „nicht zu früh Geld ins Schaufenster legen“, sonst strengten auch die sich nicht mehr an. Alle Redner warnten vor Rot-Rot-Grün: Dann sei NRW nur Probelauf für den Bund. Wer Schwarz-Gelb behalten wolle, dem empfahl Westerwelle die FDP – zumindest für die Zweitstimme.

Rubriklistenbild: © Foto: Baumann

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