Wertstofftonne noch nicht in Sicht

Viele bringen ihre Wertstoffe selbst zum STL-Recyclinghof.

LÜDENSCHEID ▪ Sieben Kilo pro Einwohner zusätzlich – das erhofft sich der Gesetzgeber vom neuen Abfallgesetz. Sieben Kilo an Wertstoffen, wohlgemerkt, die derzeit im normalen Hausmüll landeten. So viel dürften es in Lüdenscheid gar nicht werden, glaubt Heino Lange, stellvertretender Chef des Stadtreinigungs-, Transports- und Baubetriebes (STL). Denn gerade größere Teile, vom Bobby-Car bis zum Staubsauger, könne der Bürger heute schon am Fuhrpark abgeben. Und das mache er auch.

Ob das demnächst im eigenen Keller in die neue Wertstofftonne kommt, weiß Lange erst, wenn es die Durchführungsbestimmungen des Gesetzes gibt. Bis dahin könne man weder Kosten hochrechnen noch Abläufe planen. Nur eines sei sicher: „Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Menge wilder Ablagerungen verringern wird.“

Für 2012 rechnet der STL mit Sammelkosten zur Beseitigung wilder Müllkippen in einer Gesamthöhe von 544 000 Euro. Das kostet mehr als Sperrmüllabfuhr: 534 000 Euro. Aber wilde Kippen zu beseitigen, ist sehr personalintensiv.

Ob eine neue Wertstofftonne kommt oder nicht, klärt sich irgendwann zwischen 2012 und 2015. Das wäre zugleich der Abschied vom gelben Sack, der in seiner heutigen Machart keine sperrigen und schweren Gegenstände aufnehmen kann. Allerdings: „Die Abfallquote in den Säcken ist geringer als in einer Tonne“, weiß Lange – weil die Säcke fast durchsichtig sind.

Was nicht in die Tonne passt, aber trotzdem einen Wert hat, sind Elektrogroßgeräte aller Art. Hier will der STL 2012 einen neuen Weg versuchen und hat sich für ein Jahr vom Elektroaltgeräte-Register EAR freistellen lassen. Das heißt: „Wir suchen uns selbst Abnehmer für die Elektrogroßgeräte.“ Da sei ein Erlös zu erzielen, glauben die STLer. Und sollte sich der Markt negativ entwickeln, geht’s nach dem Jahr eben zurück in den EAR-Pool.

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