Werkzeugbauinstitut zwischen Theorie und Praxis

Die beiden wi-swf-Geschäftsführer Matthias Rüter (links) und Michael Neumann (rechts) wollen das Institut voran bringen.

LÜDENSCHEID ▪ Das Werkzeugbauinstitut Südwestfalen (kurz: wi-swf) startet durch. Für den 29. und 30. Oktober lädt das Institut die Fachwelt aus dem Werkzeug- und Formenbau zur ersten Fachtagung nach Lüdenscheid ein. Die Veranstaltung mit dem Titel „System- und Prozessinnovationen für den Werkzeug- und Formenbau“ ist als Auftakt für ein jährliches Branchentreffen gedacht.

Mit Spannung wird die Premiere von Michael Neumann erwartet, der seit Mai dieses Jahres als Geschäftsführer aktiv ist. „Wir hoffen, das sich zu unserer Auftaktveranstaltung in der Fachhochschule Südwestfalen neben den bereits angemeldeten Unternehmen noch heimische Firmen anmelden.“ Denn den Transport von Know-how im Werkzeugbau hat sich das neu gegründete Institut besonders für die Region Südwestfalen zum Ziel gesetzt.

Aus der Idee einiger heimischer Unternehmer, die als Mitglieder in der Trägergesellschaft des Instituts aktiv sind, ist nun Wirklichkeit geworden. Dieses spürt Michael Neumann tagtäglich, wenn er als Botschafter für das Institut landauf und landab unterwegs ist. „Das Interesse am Werkzeugbau-Institut ist groß. Jetzt gilt es aber erst einmal, das Institut innerhalb und außerhalb der Stadtgrenzen Lüdenscheids bekannt zu machen.“ Ihm zur Seite steht seit dem 1. August Diplom-Ingenieur Matthias Rüter, als zweiter Geschäftsführer für den Bereich der technischen Projektentwicklung zuständig.

Neben Fachtagungen und Seminaren, in denen Mitarbeiter und Führungspersonal im Bereich Werkzeugbau qualifiziert werden sollen, gibt es eine ganze Palette von Aktivitäten, mit denen das Institut im Markt aktiv ist. „So sind vor allem die technologische Unterstützung und die Beratung wichtige Bausteine unserer Tätigkeit, bei der wir sehr eng mit den Unternehmen zusammenarbeiten werden“, erklärt Matthias Rüter im Gespräch mit unserer Zeitung. Firmen kommen mit Problemstellungen auf die Werkzeugexperten zu, die es dann zu lösen gilt, erklärt Neumann den Alltag im praktischen Bereich des Instituts. Fachpersonal und ein Maschinenpark stehen dabei in dem hauseigenen Technikum zur Verfügung.

Praxis bedeutet auch, Innovationen für eine Dienstleistungsbranche anbieten zu können. So verfügt das wi-swf mit dem PECM (Pulsierende Elektro-Chemische-Metallbearbeitung) beispielsweise über eine Technologie, bei der Metalle gezielt unter der Verwendung von Wasser und Strom gelöst werden. Damit ist die Herstellung von komplexen Werkzeuggeometrien zur Formung komplizierter Kunststoffteile präzise und wirtschaftlich möglich. Eine von vielen Entwicklungen, von der die Region profitieren kann und soll. „Wir verstehen uns als Mittler zwischen der Theorie und Praxis“, so Michael Neumann weiter. Techniken aus der Forschung und Entwicklung bringen einem Unternehmen nur dann Vorteile, wenn diese auch nutzbar gemacht werden. Diese Entwicklungen stelle man nun regelmäßig auf Fachtagungen vor und leiste Wissenstransfer in Seminaren und Weiterbildungskursen. Für das Institut sei das ein wichtiger Bestandteil, um es innerhalb kürzester Zeit auf wirtschaftlich eigene Füße zu stellen. „Die Gründungsphase wird mit Fördergeldern des Landes und der EU unterstützt“, erklären die Geschäftsführer.

Untergekommen ist das Werkzeugbauinstitut am Freisenberg, wo die Firma Hasco Im Wiesental 77 die notwendigen Räume vermietet. Mit Verwaltung, Schulungsraum und Technikum präsentiert sich das Institut, das an die Fachhochschule Südwestfalen angegliedert ist, in hellen und modernen Räumen auf über 600 Quadratmetern Fläche dem täglich wechselnden Publikum. Gesellschafter des Werkzeugbau-Instituts sind ein Trägerverein bestehend aus Unternehmen aus der Region (tws), die Stadt Lüdenscheid (EGC), der Märkische Kreis (GWS), die Feinwerkmechaniker Innung, das Kunststoff-Institut Lüdenscheid sowie das Institut für Umformtechnik (IFU).

Gefragt nach ihren Wünschen für die Zukunft ist die Antwort von beiden Geschäftsführern eindeutig: „Wir wollen den vernetzten Werkzeugbau haben. Damit sollen künftig auch große Werkzeugprojekte in die Region geholt werden.“

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