Weniger Ladendiebstähle - Trend umgekehrt

+
Immer noch ein Problem für den Einzelhandel, in der Region aber „nicht dramatisch“: Ladendiebstähle.

Lüdenscheid - Die Zahl der Ladendiebstähle in der Kreisstadt ist drastisch gesunken. Wie die Polizei auf LN-Anfrage mitteilt, hat sich der Aufwärtstrend von 2011 auf 2012 umgekehrt.

Vor zwei Jahren registrierten die Ermittler 533 Ladendiebstähle, im vergangenen Jahr wurden sogar 740 Langfinger in Lüdenscheider Geschäften erwischt und angezeigt. Bis zum Ende dieses Jahres dürfte die Quote nur noch rund 40 Prozent des Vorjahreswertes erreichen – hochgerechnet 373 Delikte.

Nach einer aktuell veröffentlichten Untersuchung, die das Verbraucherportal „preisvergleich.de“ angestellt hat, ist Magdeburg mit 1090 Ladendiebstählen je 100.000 Einwohner bundesweite Hochburg. Am sichersten darf sich der Einzelhandel in Mülheim an der Ruhr fühlen. Hier wurde ein Wert von 331 Delikten je 100.000 Einwohnern errechnet.

Im Mittelfeld liegen Städte wie Siegen (678) oder Hagen (753). Nach diesem Berechnungsschlüssel landet Lüdenscheid 2012 mit 925 Ladendiebstählen je 100 000 Einwohner auf einem Platz im oberen Vierttel der unsichersten Einkaufsstädte, mit einem für dieses Jahr prognostizierten Wert von 373 dagegen unter den fünf sichersten.

Laut „preisvergleich.de“ geht das Bundeskriminalamt von einer hohen Dunkelziffer aus. Mehr als 33 Millionen Delikte mit einem Schadensvolumen von 2,5 Millionen Euro seien demnach 2012 gar nicht angezeigt worden.

Der Einzelhandelsverband Südwestfalen bewertet die Verluste der Geschäftsleute in der Region als „wenig dramatisch“, wie Verbandssprecherin Karina Brühmann sagt. „Die Diebstahlsverluste sind hoch, aber nicht mehr gestiegen.“ Das liege auch an wachsenden Investitionen der Händler in Sicherheit und Prävention. Ein Drittel der Verluste gehe auf das Konto der Ladendiebe, ein weiteres Drittel auf das unehrlicher Mitarbeiter, die die Sicherheitssysteme kennen und umgehen. „Ein Drittel ist Inventur-Differenz“, also fehlerhafte Rechnung oder Registrierung im Warenwirtschaftssystem.

Eine wachsende Gruppe seien Ladendiebe „60+“, die Dinge des täglichen Bedarfs stehlen, vielfach aus wirtschaftlicher Not. Dass weniger organisierte Banden in Südwestfalens Einzelhandel zuschlagen, liege auch daran, dass es hier weniger Großstädte gebe, so Karina Brühmann.

Olaf Moos

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare