Sascha Annegarn und Emanuela Palmas setzen auf neuen Trend aus Italien

Weniger Kalorien als Pizza! Wirt aus MK sicher : "Pinsa wird die Pizza bald ablösen"

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Das Rezept und den Teigmehl für die Pizza-Alternative bekommt  Emanuela Palmas aus ihrer italienischen Heimat.

„Außen knackig, innen fluffig. Das Gefühl, wenn man in eine Pinsa Romana beißt, ist mit nichts anderem vergleichbar“, verspricht Sascha Annegarn. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Emanuela Palmas betreibt er nach eigener Aussage die erste Pinseria in Nordrhein-Westfalen.

Lüdenscheid – Im März eröffneten die Beiden das Eiscafe „Eisprinz“ an der Volmestraße 81 in Brügge. Ein ganz schlechter Zeitpunkt für einen gastronomischen Neuanfang. „Nach einer Woche mussten wir coronabedingt schon wieder zu machen“, erinnert sich Annegarn. „Einen schlechteren Start konnte man nicht haben.“ Als die Eisdiele wieder öffnen durfte, verabschiedete sich das schöne Wetter. Das Geschäft lief sehr schleppend. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Schon während des Lockdowns kam den Betreibern die Idee, sich auf Pinsa zu spezialisieren. Die Pizza-Alternative sei in Italien schon ein Renner. 

Pinsa wird in Deutschland beliebter

In Deutschland werde sie auch immer beliebter, leidet aber noch unter einem mäßigen Bekanntheitsgrad. Doch das, da ist Sascha Annegarn sicher, werde sich ganz schnell ändern: „Pinsa ist die Zukunft und wird die Pizza bald ablösen“, meint er. In Rom sei das schon der Fall. „Pizzerien, die dort Pinsa nebenbei anboten, haben nach einem Monat keine einzige Pizza mehr verkauft, nur noch Pinsa“, unterstreicht er seine Vermutung. 

Doch was ist der Unterschied? „Pinsa wird mit Sojamehl, Reismehl und Sauerteig angefertigt. Mit 80 Prozent ist der Wassergehalt viel höher als bei der Pizza. Es wird nur Mozzarella verwendet, statt Pizzakäse.“ Zudem sei die Pinsa gesünder und schone die Figur, weil sie weniger Fett und Kohlenhydrate enthalte. Beim Anfertigen des exakt 250 Gramm schweren Teigs werde außerdem etwas mehr Geduld benötigt: „Der braucht 72 Stunden Ruhezeit“, erklärt der Pinsabäcker. 

Herzhafte, aber auch süße Beläge

Gutmütig ist die Pinsa auch, was ihre Beläge angeht. Nicht nur die klassische Salami- und Thunfisch-Bedeckung passt zu ihr, sondern auch Nutella oder Apfelmuß. Obwohl das Gericht auch in Deutschland immer mehr Freunde finde, gebe es gerade hier auch große Unterschiede. Sehr oft werde, wie bei der Pizza, normales Mehl zur Herstellung verwendet, beklagt Annegarn. „Das haben wir auch zuerst gemacht. Mittlerweile nehmen wir das originale Mehl aus Rom. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.“ 

Die Pinsa kann sowohl herzhaft, als auch süß belegt werden. 

Durch die Verwendung des italienischen Mehls werde die Zubereitung jedoch ungleich schwieriger: „Wir haben die ersten 40 Pinse wegschmeißen müssen, weil die Arbeit mit diesem Mehl komplett anders ist.“ Im Gegensatz zur Pizza wird dieser Teig auch nicht gerollt, sondern mehr geknetet, was für einen dickeren, aber luftigeren Boden ausschlaggebend ist. Viele Pinse haben Emanuela und Sascha bereits hergestellt. Trotzdem wollen sie noch einen offiziellen, zertifizierten Pinsa-Lehrgang in Rom absolvieren. 

Das werde aber erst nach der Coronazeit passieren. „Wenn wir jetzt in Italien sind, und es wird wieder eine Reisewarnung ausgegeben, sitzen wir vielleicht dort fest und können hier unsere Pinseria nicht öffnen“, befürchten die Beiden. Im Eisprinzen wird es weiterhin Eis geben, das Hauptgeschäft liegt aber mittlerweile bei der Pinsa. Deshalb trägt das Brügger Geschäft jetzt auch den Zusatz „Pinsa-Prinzessin“.

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