Weniger Hochzeiten, doch 11.11.‘11 ist schon begehrt

Nur 295 Paare fuhren 2009 zum Lüdenscheider Standesamt. Mit der fallenden Tendenz lag die Kreisstadt im Kreistrend.

LÜDENSCHEID - Die Zahl der Eheschließungen in Lüdenscheid ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Mit 295 Ja-Worten lag die Zahl der Paare, die sich zur Trauung trauten, im letzten Jahr um 51 niedriger als noch 2008, als 346 Männer und 346 Frauen den Schritt ins Eheleben wagten.

Die Zahl der Ja-Worte hatte 2008 allerdings auch höher gelegen als in den Jahren zuvor, als stets etwa 310 bis 320 Paare vor die Lüdenscheider Standesbeamten traten. In diesem Bereich dürfte Lüdenscheid auch am Ende dieses Jahres landen: Zur Halbzeit 2010 hat es bisher 154 Trauungen gegeben.

Dass 2008 ein derart herausragendes Heiratsjahr war, lag nach Überzeugung von Standesamtsleiter Jürgen Gößlinghoff vor allem an einer Schnapszahl: Am 8.8.‘08 heirateten allein 28 Paare, für die der Bund fürs Leben im Zwei-Schicht-Betrieb in Trauzimmer und im Nebenraum geschlossen werden musste.

In diesem Jahr sieht es hier eher mau aus: Der 10.10.‘10 ist ein Sonntag, und der ist hiesigen Standesbeamten heilig. Anders als in einigen anderen MK-Städten heißt es in Lüdenscheid: Sonntags nie!

Dafür liegen im Rathaus schon die ersten Termin-Anfragen für den 11.11.‘11 vor. Formelle Anmeldungen kann es dafür zwar noch nicht geben, „das ist erst ein halbes Jahr vor dem beabsichtigten Termin möglich“, sagte Gößlinghoff. Doch er rechnet fest mit einem Hochzeits-Run, denn wie der 08.08.‘08 ist auch der 11.11.‘11 ein Freitag, also ideal für Hochzeitsfeiern. „Und wer sich schon im Mai bei uns anmeldet, hat zumindest bei den Uhrzeiten noch die Qual der Wahl.“

Allerdings haben Schnapszahl-Jahre wie 2008 oder 2011 offenbar auch ihre Kehrseite – wenn man sich die Scheidungszahlen ansieht. Gerade im Rekord-Hochzeitsjahr 2008 lag die Zahl der Scheidungen in Lüdenscheid mit 221 ebenfalls besonders hoch. 2009 waren es nur 198.

Ob darunter auch einige Schnapszahl-Ehen waren, die sich im Nachhinein als Schnaps-Idee erwiesen? Darüber sagt die Standesamts-Statistik nichts aus.

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