Weniger Bürger-Service im Lüdenscheider Rathaus

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Service-Einbußen für Lüdenscheider und Gäste: Die Infotheke des Bürgeramtes soll ganz abgebaut werden.

LÜDENSCHEID ▪ Ob Kita-Eltern, Unternehmen, Jugendliche oder Häuslebauer: Die Stadt will anderen mit ihrem Haushaltssicherungskonzept (HSK) viele neue Lasten auferlegen. Mit dem Abbau von Planstellen und Kürzungen in vielen Bereichen spart das Rathaus auch an sich selbst.

Doch auch dies dürften an vielen Stellen die Bürger zu spüren bekommen. So soll etwa die Infotheke im Rathaus abgebaut werden, das Bürgeramt soll seine Öffnungszeiten kappen und Hilfen beim Ausfüllen von GEZ-Anträgen sowie den Souvenirverkauf einschränken. Auch der Personalaufwand beim Stadtfest oder bei den Neubürger-Begrüßungen wird laut dem HSK-Entwurf heruntergefahren, auf die Kinowoche wird verzichtet.

Ab 2013 will die Stadt zudem eine halbe Stelle in der Öffentlichkeitsarbeit einsparen, die Aufgabe selbst soll im Fachbereich von Bürgermeister Dieter Dzewas zentralisiert werden. Bei öffentlichen Bekanntmachungen will die Stadt den bisher üblichen Aushang reduzieren.

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Wer stattdessen auf der Internetseite der Stadt Informationen sucht, wird darauf künftig auch Werbung finden, mit der die Stadt ihre Einnahmen aufbessern will. Die Aufbereitung statistischer Daten soll künftig ebenso Geld kosten wie die Nutzung des Stadtwappens. Die Pachteinnahme aus der gerade neu vergebenen Kulturhaus-Gastronomie wird hochgesetzt. Der Medien-Etat der Stadtbücherei wird um 10.000 Euro gekürzt, und die gerade erst eingeführten Begrüßungsbesuche bei Familien mit Neugeborenen sollen wieder eingestellt werden.

Auch für die Rathausbeschäftigten steht einiges an. 420.000 Euro im Jahr soll es bringen, ab 2016 die Ausländerangelegenheiten wieder aus dem Kreishaus zu übernehmen. Dafür will man Rathaus-Kräfte einsetzen, die wegen der Umstrukturierungen einen „Personal-Pool“ bilden, aus dem sie anderweitig eingesetzt werden können. Die Verwaltung will auch das interne Catering aufgeben, mit dem sie ihre Bediensteten in Besprechungen versorgt.

Alle Handyverträge der Stadt sollen ab dem nächsten Jahr in einem Rahmenvertrag zentralisiert werden. 20 000 Euro will die Stadt zudem durch weniger Telekommunikation sparen. Ab 2016 will die Stadt 300.000 Euro weniger für die Reinigung ihrer Gebäude aufwenden, wobei deren Zahl ohnehin heruntergefahren werden soll.

Wegen der geplanten Stellenstreichungen im Rathaus, immerhin 65 an der Zahl, will die Stadt intern auch auf eine halbe Stelle in der Lohn- und Gehaltsabrechnung verzichten – dies allerdings erst im Jahr 2018.

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