In knapp einer Woche soll wieder Regelunterricht stattfinden

Zu wenige Lehrer, zu wenig Zeit: Schulleiter im MK kritisieren Öffnung der Grundschulen

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Täglich soll an den Grundschulen wieder Präsenzunterricht in den Klassen stattfinden. Auch Nachmittagsbetreuung sollen die Schulen wieder leisten (Symbolfoto).

Lüdenscheid – Schon ab dem 15. Juni soll in den Grundschulen wieder Regelunterricht stattfinden. Erwartet hatten das die meisten Schulleiter erst für den Zeitraum nach den Sommerferien, wie sich am Freitag bei einer Abfrage an den Lüdenscheider Schulen herausstellte.

„Aber wir freuen uns auf die Kinder und einen einigermaßen geregelten Betrieb“, sagt Tadi Ortolf als Schulleiterin der Tinsberger Schule. „Es ist grundsätzlich gut, dass das noch vor den Ferien passiert und die Kinder mit einem anderen, geregelteren Gefühl in die Sommerferien gehen.“ 

Dennoch: An einigen Grundschulen äußerten sich Schulleiter nach Erhalt der Nachricht über die baldige Rückkehr zum Regelunterricht kritisch – zumindest hinsichtlich der kurzfristigen Umsetzung. Öffentlich namentlich genannt werden wollten sie dabei nicht, viele äußerten sich nach Anfrage gar nicht zu dem Thema. 

Als Grund führten einige den großen Organisationsaufwand an, der sie nun erwarte und kaum umsetzbar sei. „Das hat massive Auswirkungen, sowohl organisatorisch als auch personell“, hieß es. Denn an vielen Schulen fehlen nach wie vor Lehrkräfte, die etwa wegen Vorerkrankungen vom Präsenzunterricht freigestellt sind – sie gehören zur Risikogruppe. 

Generell sei die Besetzung an den Grundschulen dünn, heißt es weiter. „Man muss jetzt schauen, wie das gehen kann.“ Auch an der Tinsberger Schule organisieren die Schulleitung und die Lehrer „wie wild“, sagt Tadi Ortolf. „Wir suchen nach Lösungen und werden sie auch finden“, ist sie sicher. 

Die Stunden der Lehrer, die noch nicht wieder unterrichten dürfen, übernehmen andere Kollegen: „Die springen für die Zeit ein und leisten dafür Überstunden.“ Am schwierigsten sei jedoch die Organisation des Betreuungsbetriebs „drumrum“, etwa die Offene Ganztagsbetreuung, sagt Ortolf: „Weil wir die Gruppen nicht mischen dürfen.“

So fielen die Reaktionen in Altena und Nachrodt, Meinerzhagen, Kierspe sowie in Werdohl, Neuenrade und Balve aus.

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