"Echter Run auf die Realschule"

Zu wenige Anmeldungen: Aus für Schule in Lüdenscheid

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Die Freie Christlichen Hauptschule am Baukloh wird ab dem kommenden Sommer keine neuen Schüler-Jahrgänge mehr aufnehmen. Anmeldungen für eine Freie Schule sind dann nur noch für die benachbarte Freie Christliche Realschule möglich.

Lüdenscheid – Für das Schuljahr 2020/21 werden keine neuen Schüler mehr an der Freien Christlichen Hauptschule angenommen.

„Seit einigen Jahren haben wir zunehmend Schwierigkeiten, die Eingangsklassen vollzubekommen. Daher haben wir entschieden, aktiv darauf einzugehen und unsere Hauptschule in den kommenden Jahren auslaufen zu lassen.“ Mit diesen Worten bestätigte Wolfgang Mattstedt, Schulleiter der Freien Christlichen Hauptschule, eine entsprechende Anfrage, die in der Sitzung des Schul- und Sportausschusses aufgekommen war.

Das bedeutet konkret: Für das Schuljahr 2020/21 werden keine neuen Schüler mehr angenommen, Anmeldungen für eine Freie Schule sind dann nur noch für die benachbarte Freie Christliche Realschule möglich. 

„Es ist sehr schade, dass es so ist, denn wir haben hier ein erfolgreiches System etabliert. Allerdings wird die Hauptschule von der Gesellschaft als Schulform nicht mehr beziehungsweise zu wenig gewählt“, bedauert Mattstedt und verweist auf die guten Abschlüsse, die in den vergangenen Jahren von den Schulabgängern erreicht wurden. Allein in diesem Jahr hätten von 26 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung mit dem erweiterten Hauptschulabschluss verlassen, zehn mit dem Realschulabschluss. Neun davon hätten sogar die Befähigung zur gymnasialen Oberstufe erhalten. „Das ist schon außergewöhnlich und hat man nicht immer. Mir hat das noch einmal deutlich gemacht, dass das System erfolgreich gelaufen ist.“ 

Doch rückläufige Schülerzahlen bei den Eingangsklassen bekäme man nicht mehr refinanziert – „auch wenn das Lernen in kleinen Klassen natürlich optimal ist.“ Dass in der Jahrgangsstufe 7 Schüler von anderen Schulformen zurückkämen, sei zwar positiv, aber: „Diese Schüler haben die sozialen Prägungen unserer Schule natürlich nicht mitgemacht, da fängt man noch einmal neu an.“ 

Zur Erinnerung: Zum Schuljahr 1998/99 war die Freie Christliche Hauptschule an den Start gegangen, im Jahr 2000 hatte Wolfgang Mattstedt die Leitung übernommen. Neben der Neubesinnung auf der Basis christlicher Werte und einer an der Bibel ausgerichteten Pädagogik steht der Leitgedanke der Schule unter dem Motto „Fit fürs Leben und Beruf“. 

Während die derzeitigen Schüler ihre Laufbahn an der Christlichen Hauptschule noch beenden werden, können sich künftige Fünftklässler ab dem kommenden Schuljahr nur noch an der benachbarten Realschule anmelden. „Diese erfährt seit einigen Jahren einen echten Run – und ist in diesem Schuljahr erstmals dreizügig gestartet. Somit greift da jetzt einiges ineinander“, erläutert Mattstedt weiter. 

Das heißt: Das zehnköpfige Lehrerteam, das durch vier Zusatzkräfte verstärkt wird, wird Schritt für Schritt in die Realschule integriert, das benötigte Raumangebot von der Hauptschule genutzt. Wolfgang Mattstedt (62) selbst wird die Schule im kommenden Sommer verlassen, für ihn geht es zurück nach Bremen. „An uns hat es nicht gelegen, dass die Zeit nun endet“, ist sich Mattstedt sicher und dankbar zugleich: „Es ist doch erstaunlich, dass wir mehr als 20 Jahre wirken durften.“

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