Überraschende Wende im Hotspot MK

Selbsttest, Schnelltest, Terminabsage: Friseur aus MK verzweifelt an Corona-Regeln

Yves Bubert Jan Riepegerste Friseur Corona
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Jan Riepegerste (rechts) und Yves Bubert lachen auf Plakaten in Lüdenscheid. Zum Lachen ist ihnen allerdings nicht zumute.

Am Mittwoch reicht ein Selbsttest vor der Ladentür, am Donnerstag nur noch ein zertifizierter Schnelltest - das Hin und Her und die ständigen Regeländerungen lassen Lüdenscheids Friseure verzweifeln.

Lüdenscheid - Bis Mittwoch noch reichte der Corona-Selbsttest aus: Wer zum Frisör hinein wolltel, musste an Ort und Stelle nachweisen, dass er keine Corona-Viren in sich trägt. Geduldig warteten die Lüdenscheider am Samstag auf der zum Teil liegen gebliebenen Schneedecke auf den Moment, in dem der Teststreifen die Negativität bescheinigt. Doch ab Donnerstag, 1. April, sollte wieder alles anders sein.

„Katastrophe“, sagt Jan Riepegerste, wenn man ihn nach seiner Einschätzung fragt. Denn erst hatte der Märkische Kreis verfügt: „Es muss ein tagesaktueller, negativer Schnelltest vorgelegt werden oder vor Ort ein Selbsttest durchgeführt werden. Diese Regelung gilt bis zum 1. April. Danach muss zwingend ein negativer Test aus einem offiziellen Testzentrum vorgelegt werden.“

Vor dem Friseurbesuch erst einmal zum Corona-Schnelltest? Die Allgemeinverfügung wurde angepasst - ein Selbsttest reicht aus.

Die Hoffnung der heimischen Friseure ruhte schließlich darauf, dass darüber das letzte Wort noch nicht gesprochen worden ist. Denn Absagen hagelte es durchaus bei Riepegerste an der Wilhelmstraße. „Wir haben halt noch das Glück, dass Nachrücker da sind. Aber es gibt durchaus Kunden, die sagen: Wenn ich mich vorher testen lassen soll, komme ich nicht!“ Der Koordinierungsaufwand sei enorm – „man kann schon fast eine Kraft abstellen, die den ganzen Tag nur mit den Kunden telefoniert“.

Am Mittwochnachmittag kam überraschend die Entwarnung: In einer Anpassung der Allgemeinverfügung des Märkischen Kreises ging es unter anderem um lokale Regelungen für körpernahe Dienstleistungen und Friseure. Da heißt es jetzt: In den vergangenen Tagen hat die Kreisverwaltung auf verschiedenen Wegen viele Rückmeldungen erhalten. „Um pragmatische Lösungen für die jeweiligen Branchen, unter anderem das Friseurhandwerk, zu gewährleisten, hat der Märkische Kreis in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium seine Allgemeinverfügung für den Bereich der körpernahen Dienstleistungen angepasst.“ Ab Donnerstag, 1. April, müssen Besucher bzw. Kunden unmittelbar vor Ort – in Anwesenheit des Personals – einen Selbsttest durchführen. Dieser muss während der Dienstleistung aufbewahrt werden. Alternativ kann ein maximal 24 Stunden alter Schnelltest vorgelegt werden, der an einer zugelassenen Teststelle durchgeführt wurde. Die Mitarbeiter müssen alle zwei Tage einen Selbst- oder Schnelltest machen.

Die Hoffnung hatte auf Landrat Marco Voge geruht, sich für die Friseure in seinem Kreis starkzumachen. Denn die Handwerkskammer war an den Landrat herangetreten mit der Bitte, die Situation noch einmal zu überdenken. So stand‘s in einer E-Mail, die Jan Riepegerste noch am Dienstag frisch in seinem Postfach hatte. Die unendliche Geschichte um den Termin beim Frisör mit Schnelltest, Selbsttest oder lieber gleich der Absage hat also ihr (gutes) Ende gefunden - vorläufig.

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