Bei Auftritt in Lüdenscheid

Weltmeister-Duell! Nico Rosberg über Lewis Hamilton: "Ich habe ihn fast vergessen"

+
Lewis Hamilton (links), Mercedes-Motorsport-Chef Toto Wolff und Nico Rosberg im Jahr 2016. 

Lüdenscheid – Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg weihte in Lüdenscheid nicht nur ein Solarkraftwerk ein, sondern plauderte auch aus dem Nähkästchen - unter anderem über einen "gewissen Lewis Hamilton". 

Nico Rosberg und sein Mercedes-Team-Kollege Lewis Hamilton lieferten sich über Jahre einen Fight bis aufs Letzte. Zweimal (2014, 2015) wurde Hamilton in der gemeinsamen Zeit Weltmeister - jeweils vor Rosberg, der 2016 zurückschlug und Hamilton auf Platz zwei verwies. Anschließend trat er als Weltmeister ab. 

Juli 2016: Lewis Hamilton jubelt, Nico Rosberg nicht. 

In Lüdenscheid erinnerte sich der Sohn von Renn-Legende Keke Rosberg an seine Formel-1-Zeit: „Da gab es mal einen gewissen Lewis Hamilton.Ich habe ihn fast vergessen“, sagt Rosberg mit einem Augenzwinkern über seinen ehemaligen Team-Kollegen und ärgsten Widersacher auf und neben der Rennstrecke. 

"Der Rennwagen eines Brauseherstellers gewinnt"

„Das war ein Monster-Fight. Das muss man sich vorstellen. Wir hatten 1.500 Mitarbeiter in unserem Formel-1-Team und ein Budget von 350 Millionen Euro für zwei Autos und dann kommt es zwischen diesen beiden zum Crash und der Rennwagen eines Brauseherstellers gewinnt.“ 

September 2016: Rosberg jubelt, Hamilton nicht. 

Voller Hochachtung spricht Rosberg von Mercedes-Motorsport-Chef Toto Wolff, von dem er viel gelernt hat - auch was Leadership ("Führung")  bedeutet. Nach den Crashs auf der Rennstrecke habe sich Wolff auf keine Seite gestellt, sondern gesagt: „Egal, was passiert. Ich bestrafe euch immer beide“. 

"Obwohl ich ihn fast gehasst habe..."

„Das war sehr, sehr teuer. Und wir waren auf uns alleine gestellt. Obwohl ich ihn fast gehasst habe, haben Lewis und ich uns dann zusammengesetzt und gesprochen.“ 

Aber auch danach sei im Team eine Riesen-Kluft zu spüren gewesen – gerade wegen der Mercedes-Dominanz in dieser Zeit. „Es gab ja keine anderen Gegner als den im eigenen Team“. Toto Wolff habe dann angewiesen, dass die Hamilton-Mechaniker für Rosbergs Auto zuständig seien und umgekehrt. Das habe die Mechaniker wieder zusammengeschweißt. Bei den Fahrern habe auch das nichts genutzt.

Nico Rosberg bei seinem Auftritt in Lüdenscheid. 

Nico Rosberg verriet auch ein Detail, was ihm seiner Ansicht nach den entscheidenden Vorteil im WM-Kampf verschaffte. Jedes Kilogramm Körpergewicht weniger bedeutete in der Formel 1, pro Runde drei Hundertstel schneller zu sein, erklärt Rosberg. 

Nico Rosberg zu Gast in Lüdenscheid

2016 habe er sich überlegt, wie er Weltmeister werden könne. Die Lösung: Ein Kilogramm abnehmen. Daraufhin stellte er in der Sommerpause das Fahrradfahren ein, um Beinmuskulatur abzubauen. Es gelang ihm – und im vorentscheidenden Formel-1-Rennen in Japan holte er in der letzten Runde im Qualifying die Pole Positionmit knapp zwei Hundertstel Vorsprung vor Hamilton. 

Ein Kilo entscheidet den WM-Kampf

Aus der guten Ausgangsposition heraus gewann er das Rennen, während Hamilton beim Start zurückfiel und am Ende nur Dritter wurde: „Der war total zerstört. Es war der ganz große Schritt zum Titel“, erinnert sich der ein Kilo leichtere Weltmeister. 

Lesen Sie auch:  Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg in Lüdenscheid

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare