Kaltwalzanlage endgültig stillgelegt

200 Mitarbeiter: Weltkonzern schließt Werk im MK - dutzende Jobs schon weg

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Voraussichtlich im September gehen bei Novelis an der Wiesenstraße in Lüdenscheid endgültig die Lichter aus.

Lüdenscheid - Die Bekanntgabe der Schließung des Novelis-Werks an der Wiesenstraße sorgte Mitte August für die große Überraschung. Jetzt geht es ans Eingemachte.

  • Der Weltkonzern Novelis schließt sein Werk in Lüdenscheid
  • Jetzt ging eine Ära am Standort zu Ende
  • 65 Jobs sind in Lüdenscheid bereits weggefallen

Am Freitagnachmittag walzte die Belegschaft die letzten Alufolien-Bänder. Damit ist die Kaltwalzanlage endgültig stillgelegt. Das teilt Novelis-Werksleiter Eric Tonkowski mit.

Die Konsequenzen für die Beschäftigten waren absehbar. Das Unternehmen stellte am Montagmorgen rund 25 Mitarbeiter der Abteilung mit sofortiger Wirkung frei. Entlassungen sind damit laut Tonkowski nicht verbunden.

Freistellung unter vollen Bezügen

Die Freistellung erfolgt demnach zunächst unter vollen Bezügen. Tonkowski: „Wir haben noch keine Kündigung ausgesprochen.“ 

Mehr über die Hintergründe der Werksschließung

Bis Ende März soll geklärt sein, wie viele der betroffenen Arbeitnehmer eine Chance bekommen, im Plettenberger Werk Ohle weiter beschäftigt zu werden. Mindestens 15 der an der Wiesenstraße ursprünglich 207 Mitarbeiter sind nach Angaben des Werkleiters dort schon untergekommen. 

Abwicklung soll bis Ende März dauern

Einige Kollegen hätten sich bereits Arbeit in anderen Unternehmen gesucht. Aktiv beschäftigt sind am Lüdenscheider Standort des Weltkonzerns nach Tonkowskis Angaben noch etwa 142 Arbeiter und Angestellte. In Summe sind bei Novelis schon 65 Arbeitsplätze weggefallen. 

Novelis hatte die Stilllegung der Produktion in der Kreisstadt im Sommer vergangenen Jahres mit der „verschärften Wettbewerbssituation für Aluminiumfolienprodukte“, sinkenden Erlösen und „steigender Kostenstruktur“ begründet. 

Die Abwicklung des traditionsreichen Industriestandortes soll Ende März mit der Stilllegung weiterer Maschinen, etwa der Lackierlinie, fortgesetzt werden. 

Sozialplan wird mit Betriebsrat ausgearbeitet

In einer Mitteilung der Unternehmensleitung heißt es weiter: „Der erfolgreiche Lüdenscheider Produktbereich extrudiertes Kabel- und Rohrband wird weiterhin aufrechterhalten. Die Produktionsanlagen dafür werden ab Mai sukzessive an den Novelis-Standort in Ohle verlagert, um hier das Produktportfolio zu verstärken.“ 

Voraussichtlich im September gehen bei Novelis an der Wiesenstraße in Lüdenscheid endgültig die Lichter aus.

Die endgültige Standortschließung erfolgt demnach voraussichtlich im September 2020. Für die betroffenen Mitarbeiter erarbeite das Unternehmen derzeit in Abstimmung mit dem Betriebsrat einen Sozialplan, um die Mitarbeiter mit sozialverträglichen Lösungen zu unterstützen.

Stadt hat Vorkaufsrecht auf das Novelis-Areal

Nach dem ersten Schock im August bezeichnete Bürgermeister Dieter Dzewas den Novelis-Rückzug als „echte Chance für die Stadtentwicklung“. Im Dezember sicherte sich die Stadt per Ratsbeschluss das Vorkaufsrecht für das Areal. 

Dort könnte langfristig ein neues Wohngebiet entstehen.

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