Weltkindertag: „Armut bedeutet Ausgrenzung“

Bärbel Junge, Hermann Morisse und Uwe Hindrichs (v.l.) präsentieren die zentralen Bereiche Bildung, Gesundheit und Zukunft, von denen arme Kinder häufig ausgeschlossen sind. Am 17. September ist Weltkindertag.

LÜDENSCHEID ▪ s besteht sicherlich kein Zweifel daran, dass am 17. September zwischen 15 und 17 Uhr auf dem Rathausplatz zum Weltkindertag 2010 ein buntes Kinderfest über die Bühne gehen wird.

Unter der bewährten Regie des Kinderschutzbundes (KSB), der traditionell 14 Vereine und städtische Einrichtungen als Kooperationspartner gewonnen hat, können sich Kinder und Erwachsene auf ein abwechslungsreiches Programm freuen: „Das ist immer ein besonderes Highlight. Wir freuen uns, dass wir durch zweckgebundene Spenden und den Erlös aus dem letzten Jahr den Kölner Spielecircus gewinnen konnten. Außerdem ist erstmals die Musikschule dabei und wird mit den Bläserklassen des Bergstadt-Gymnasiums, ihrem Percussion-Ensemble und den Streicherkursen auftreten“, ist Lüdenscheids KSB-Vorsitzender Uwe Hindrichs schon im Vorfeld begeistert. Zudem werden Spielstände, Mal- und Bastelaktionen, Schminken und vieles mehr im Angebot sein. „Wir feiern zwar in diesem Jahr unseren 30. Geburtstag als Lüdenscheider Ortsgruppe des Kinderschutzbundes, aber wir haben uns gegen eine offizielle Feier mit Häppchen entschieden, sondern für ein buntes Kinderfest.“

Ganz ungetrübt wird dieses Fest aber nicht sein, denn gleichzeitig nutzt der KSB die Veranstaltung, um auf ein nach wie vor ungelöstes Problem hinzuweisen: die Kinderarmut. „Armut bedeutet Ausgrenzung“, weiß Hindrichs. Ausgrenzung von Bereichen wie Bildung, Gesundheit und guten Zukunftsperspektiven. Wer arm ist, kann nicht an Klassenfahrten teilnehmen, Musik- und Nachhilfestunden nehmen oder ein Kindertheaterstück besuchen. Arme Kinder sind von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen. Sie sind auch häufiger krank. Darauf wird der KSB auf dem Weltkindertag anschaulich hinweisen. Auf Kreppbändern ist das Wort „Armutsschere“ aufgedruckt. Mit diesen Bändern wird der KSB auf dem Boden Stolpersteine markieren, die auf die Ausgrenzung armer Kinder hinweisen. Außerdem soll Bundeskanzlerin Merkel über die Zusendung möglichst vieler Postkarten zum Handeln aufgefordert werden.

„Auch wenn es in Lüdenscheid den Sozialpass und den Hilfsfonds für bedürftige Kinder gibt, der unbürokratisch in Anspruch genommen werden kann, gibt es das Problem Kinderarmut natürlich“, sagt Hermann Morisse, 2. Vorsitzender des KSB. Und deshalb gibt es auf dem bunten Fest auch einige dicke Stolpersteine.

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