Weitere Container für Flüchtlinge nur im Notfall

In zwölf Bürgerversammlungen – wie hier in der Hauptschule Stadtpark – hat die Stadt über die Flüchtlingsunterbringung informiert.

Lüdenscheid - Zum Stichtag 1. März lebten in Lüdenscheid 828 Asylbewerber. Davon sind 430 in Wohnungen und 398 in Übergangsheimen und Unterkünften untergebracht. Hinzu kommen 150 Flüchtlinge, die in der vom Land betriebenen Notunterkunft in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule sind.

Diese Zahlen gehen aus einem aktuellen Bericht der Stadtverwaltung über die Flüchtlingssituation hervor. „Wie sich die Zahlen der Ankommenden in diesem Jahr entwickeln werden, kann derzeit niemand verlässlich voraussagen. Aufgrund der Erfahrungswerte des Vorjahres und in Abstimmung mit der Bezirksregierung geht die Stadt deshalb davon aus, dass mit etwa 120 Personen pro Monat geplant werden muss“, heißt es darin.

Diese Prognose erfordert die Schaffung weiterer Unterbringungsmöglichkeiten. Die Belegung der Container auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Schöneck an der Parkstraße mit bis 200 Personen könne voraussichtlich in diesem Monat beginnen, teilt die Verwaltung mit. Bei Bedarf könne kurzfristig eine dritte Container-Reihe aufgestellt werde, um die Kapazitäten dann auf 300 Plätze zu erhöhen. Das Sportplatzgelände Schöneck werde derzeit nicht für die Aufstellung von Containern genutzt. Es sei derzeit auch nicht vorgesehen, dort weitere aufzustellen. „Dennoch muss die Stadt sich eine solche Option offenhalten, wenn sich ein entsprechender Unterbringungsbedarf ergibt.“

Das Schulgebäude selbst solle nach dem Umzug der jetzt dort lebenden Flüchtlinge als Brückenlösung für die Betreuung eines Teils der zugewiesenen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge übergangsweise genutzt werden. Zurzeit sind es 50. Außerdem soll in dem Gebäude, wie berichtet, die städtische Stabsstelle Integration platziert werden. Dennoch werde das Schulgebäude samt Turnhalle vorsorglich weiter als Unterbringungsmöglichkeit vorgesehen. Mit der Belegung der ersten Etage des Gebäudes Wefelshohler Straße 1, wo Platz für bis zu 160 Flüchtlinge ist, werde im Zuge der weiteren Zuweisungen begonnen.

Eine dauerhafte Form des Wohnens könne dies alles nicht sein. Daher bemühe sich die Stadt, so viele Flüchtlinge wie möglich als Mieter in normale Wohnungen zu vermitteln. 60 Wohnungen wurden bisher von verschiedenen Lüdenscheider Wohnungsgesellschaften angemietet.

Da die Einwohnerzahl nach Jahren des Schrumpfens wieder steige, wachse auch der Bedarf an sozialem Wohnungsbau. Im Bereich der Höh möchte die Stadt daher Mehrfamilienhäuser errichten. Das Bauleitplanverfahren hat aber gerade erst begonnen.

Für die Integration der Menschen mit Bleibeperspektive gelte es, Kita- und Schulplätze zu schaffen, ebenso mehr Beratungs- und Jugendhilfeangebote. Bund und Land müssten für finanziellen Unterstützung sorgen. „Andererseits müssen die Menschen, die zu uns kommen, selbstverständlich unsere Werte akzeptieren.“

www.luedenscheid.de

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