Der Tunnel bleibt eine Dauerbaustelle

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Dauerbaustelle Tunnel. Kein Ende in Sicht.

LÜDENSCHEID - Lüdenscheider Autofahrer werden auf eine noch nicht abzuschätzende Zeit mit der einspurigen Verkehrsführung im Tunnel und mit Tempo 30 leben müssen. Einzige Alternative wäre eine Vollsperrung des Bauwerks.

Bei den Gesprächen über den Wechsel der so genannten Baulast von der Stadt Lüdenscheid auf den Landesbetrieb Straßenbau.NRW sei die Grundfrage gewesen: „Muss der Tunnel zugemacht werden, oder können wir ihn offen halten?“, erinnert sich Dieter Rotter aus dem Fachdienst Bauservice. Und er ruft in Erinnerung: Der nötige Austausch der Beleuchtung habe dazu geführt, dass die komplette Technik auf den aktuellen Sicherheitsstandard gehoben werden muss.

Was tatsächlich hinter dem Millionenprojekt steckt, das Straßen.NRW jetzt vor der Brust hat, wird nicht jedem Autofahrer klar sein, der in weniger als einer Minute die immerhin 346 Tunnelmeter zurücklegt. Hatte der „alte“ Tunnel mit fünfjährlichen Bauwerksprüfungen ohne gravierende Veränderungen Bestandschutz, steht jetzt alles auf der Prüfliste, was man sieht und was man nicht sieht.

Allein die Beleuchtung auf der Strecke erfordert eine Entwurfs- und Ausführungsplanung einschließlich Tests – dann erst kann überhaupt ausgeschrieben werden. Sachstand zurzeit ist noch die Entwurfsplanung.

Licht ist nur ein Teilaspekt der Sanierung

Doch das Licht ist nur ein Teilaspekt des Sanierungsvorhabens. Fluchttüren sind zwar vorhanden, führen aber direkt in die benachbarte – und befahrene – Röhre. Wie funktioniert die Notfallkommunikation im Einsatzfall? Der Tunnel benötigt daher einen Verstärker für Tunnelfunk. Die Notstromversorgung müsse dauerhaft gesichert sein. „Es darf nicht dunkel werden“, nennt Rotter ein weiteres Sicherheitskriterium. Dazu aber müsse die Verkabelung technisch in Ordnung – und natürlich brandsicher ausgeführt sein. Ob Notrufsprechstellen, Signaltechnik, Brandmeldeanlagen oder Lüftung, alle Einrichtungen müssen auf den Stand der Technik gebracht werden bis hin zur vorgeschriebenen hellen Wandbeschichtung mit Wänden und Decken auf 700 Meter Länge in beiden Richtungen.

Koordiniert wird die Sanierung mit dem Übergang der Baulast auf das Land von Hamm aus, wo hinterher auch der Rathaustunnel in einer Leitzentrale aufgeschaltet werden soll. Aus diesem Gründen wird die Baustelle die Stadt wohl noch lange beschäftigen und vielleicht auch den AOK-Firmenlauf betreffen. Ob der in diesem Jahr wieder durch den Tunnel führen kann, entscheidet sich nicht mehr allein in Lüdenscheid. - flo

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