Weißes Pferd: Wie ein Umzug ohne Ortswechsel

LÜDENSCHEID ▪ „Ich muss nur noch die Zähne zusammenbeißen und da durch.“ Peter Kirfel ist genervt.

Der Betreiber der „bft“-Tankstelle an der Ecke Altenaer Straße/Zum Weißen Pferd hatte für September mit dem Ende der Bauarbeiten gerechnet, die nur drei Monate lang den Betrieb auf seiner Tankstelle behindern sollten: „Aber wenn ich mich umblicke, geht das nicht. Es zieht sich alles nur hin. Das ist total unbefriedigend.“ Als nächstes solle der Einfahrtsbereich geöffnet werden, um eine Wasserleitung zu verlegen. Doch Genaues, sagt er, wisse er nicht. Im Internet nennt die Stadt als voraussichtlichen Ausbauend-Termin den 31. Oktober. Er, sagt Kirfel, schreibe immer seiner Mineralölgesellschaft eine Mail, wenn er etwas erfahren wolle. Die Veränderungen sieht er kritisch: „Ich verspreche mir keinen Vorteil.“ Wie es werden wird, wenn der Busverkehr läuft, wenn starker Andrang an den Billig-Tank-Tagen ist, sich alles staut – er weiß es nicht.

Auch sonst kommt auf die Anlieger einiges an Änderungen zu. Am nächsten Montag will der Rat die Umbenennung eines Teilstücks von „Am Weißen Pferd“ in „Bahnhofsallee“ beschließen. Im Rathaus sind die Vorbereitung für den Namenswechsel angelaufen. In den nächsten Wochen wollen sich Mitarbeiter des Bürgeramtes, der Bauaufsicht und der Abteilung Bauservice darüber abstimmen, welche Hilfestellung sie den betroffenen Anliegern anbieten können. Bauservice-Chef Dieter Rotter warnte aber vor übertriebenen Hoffnungen. „Es wird ein ganzer Batzen an den Anwohnern hängen bleiben.“

Denkbar sei, den Eintrag der neuen Adresse in die Personalausweise „kostengünstig und unbürokratisch“ vorzunehmen oder Bescheinigungen für Versicherungen oder Behörden auszustellen. Das Bauaufsichtsamt wird die neuen Hausnummern für die Bahnhofsallee vergeben. Aber dass die Stadt für die Kosten aufkommt, wenn alte Hausnummern entfernt, neue Zahlen gekauft und angebracht werden müssen, „kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Rotter gestern. Und der Aufwand der Anwohner, Banken, Versicherungen, Behörden, Freunde und Verwandte über die neue Adresse zu informieren, wird nicht kleiner sein als nach einem richtigen Umzug.

Aber Nachsendeanträge müssen die Anlieger bei der Post nicht stellen. Das bestätigte gestern der Pressesprecher der Post AG, Rainer Ernzer. „Die Stadt wird uns über die Umbenennung unterrichten und alle erforderlichen Daten zur Verfügung stellen.“ Die Zustellung werde dann „intern umgeroutet“. Das erspart den Bürgern Kosten. Ein Nachsendeantrag für ein Jahr kostet für Privatleute 25,50 Euro, für Geschäftsleute sogar 50,20 Euro.

Wann die Umbenennung tatsächlich vonstatten geht, ist in der Stadtverwaltung noch nicht klar. „Wir haben keinen Zeitdruck“, lautet Dieter Rotters Devise. „Möglicherweise wird es Spätherbst, vielleicht wird es auch eine Übergangszeit geben.“

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