Große Diskussion um Sonntagsöffnungen

Erster Weihnachtsmarkt in Lüdenscheid abgesagt: Hoffnung für Sternplatz-Markt

Ein Tässchen Glühwein mit Onkel Willi – das soll auch in diesem Jahr möglich sein. Derzeit arbeiten die Organisatoren an einem ausgefeilten Konzept. Von einer Absage ist noch keine Rede.
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Ein Tässchen Glühwein mit Onkel Willi – das soll auch in diesem Jahr möglich sein. Derzeit arbeiten die Organisatoren an einem ausgefeilten Konzept für den Weihnachtsmarkt. Von einer Absage ist noch keine Rede.

Weihnachtsmarkt trotz Corona - und mit besonderem Hygienekonzept? Oder doch eher eine Absage? Mit diesen Fragen beschäftigen sich bereits die Organisatoren verschiedener Märkte. Ein Weihnachtsmarkt in Lüdenscheid ist bereits abgesagt, andere finden womöglich statt. Ein Überblick.

Lüdenscheid - Ein gemütliches Beisammensein in der Vorweihnachtszeit bei Glühwein und Punsch. Weihnachtsmärkte, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, wird es in diesem Jahr nicht geben. Obwohl der erste Weihnachtsmarkt nun abgesagt ist, gibt es Betreiber, die auf ein solches Ambiente hoffen. 

Weihnachten ohne Glühwein, Gesang und Gemütlichkeit? Für Sigrid Schroeder geht das nicht. Die Vorsitzende des Altstadtvereins hat nun offiziell den Historischen Weihnachtsmarkt rund um die Erlöserkirche abgesagt. „Alle sagen, es ist notwendig. Traurig, aber vernünftig.“ 

Erster Weihnachtsmarkt abgesagt: Jede weitere Planung hätte Geld und Kraft gekostet

Man habe lange überlegt, aber die Auflagen wegen des Coronavirus seien zu hoch. „Also haben wir uns schweren Herzens zur Absage entschieden. Es lebt einfach von der Atmosphäre.“ Der Zeitpunkt sei richtig: „Jede weitere Planung kostet Geld und Kraft.“ 

Monika Schwanz vom Orga-Team des Weihnachtsmarkts der guten Taten hat den 17. Oktober als Stichtag. Dann sei Anmeldeschluss für Anbieter. Wenn die Bereitschaft nur sehr gering sei, überhaupt einen Stand zu betreiben, dann mache es keinen Sinn. Dann droht auch bei diesem Weihnachtsmarkt wegen des Coronavirus die Absage.

Weihnachtsmarkt der guten Taten - Details des Hygienekonzepts in Arbeit, Absage möglich

„Eigentlich wollten wir unser 30-Jähriges feiern“, sagt sie: „Das Programm steht.“ Doch statt um diesen Ablauf kümmert man sich nun vorsorglich um die Details des geforderten Hygienekonzeptes für den Weihnachtsmarkt

Den ganzen Tag Mundschutz tragen, Datenabgabe selbst für den Kaffee am Stand, Alkohol nur am Sitzplatz, Einbahnverkehr, einzeln eintreten in überdachte Stände – die Anforderungen sind hoch. Trotzdem spiele man durch, was überhaupt möglich, überhaupt machbar sei. Entscheidend werden zunächst die Stand-Anmeldungen für den Weihnachtsmarkt sein. Doch dann bleibe immer noch die Frage: „Kommen die Leute überhaupt, oder ist es ihnen zu riskant?“ Eine Absage ist also noch nicht vom Tisch. Immerhin: Einen familiären Freiluft-Markt im Innenhof von Schloss Neuenhof wird es geben.

Weihnachtsmarkt auf dem Sternplatz trotz Corona kein Kaltstart - von Absage bisher keine Rede

Und: „Die Eisbahn müsste eigentlich klappen. Aber beim Weihnachtsmarkt wird’s sportlich.“ André Westermann, Geschäftsführer des Lüdenscheider Stadtmarketings (LSM), ist optimistisch. „Klar wird das anders“, sagt er, „aber es wird vielleicht doch nicht so schlimm, wie alle sich das vorstellen.“

Einen Wochenmarkt gebe es schließlich auch, und mit dem erfahrenen Weihnachtsmarkt-Team der letzten Jahre habe man Profis an der Hand: „Wir machen jetzt keinen Kaltstart.“ Thomas Jacob habe durch seinen Sommerbiergarten Erfahrungen gemacht, wie es funktionieren könne. Und viele kleinere Veranstaltungen über den Sommer hätten gezeigt: „Hier im Kleinen kriegen wir doch noch einiges hin. Wir müssen es so zusammenstricken, dass jeder ein gutes Gefühl dabei hat.“ Die Abstimmung unter dem Eindruck sich verändernder Schutzverordnungen laufe. 

Nicht nur Weihnachtsmarkt: Verkaufsoffene Sonntage möglich - aber auf der Kippe 

Bis zum 31. Oktober gilt die neue Corona-Schutzverordnung des Landes. Darin steht unter anderem: „In der Adventszeit dürfen Geschäfte in NRW sonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen. Das soll das Samstagsgedränge im Weihnachtsgeschäft mildern.“ Er halte das für sinnvoll, betont Westermann. Der rechtliche Rahmen fehle, die Gewerkschaften hätten direkt aufgeschrien. „Ich habe den Ball zur Stadt gespielt und gefragt: ‘Was sollen wir damit machen?’“. Bürgermeister Dieter Dzewas berichtete im Rat, dass das Oberverwaltungsgericht die Sonntagsöffnungen in der Adventszeit gekippt habe. Die Hoffnung auf den einen oder anderen Weihnachtsmarkt trotz Corona bleibt.

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in NRW finden Sie hier in unserem Newsblog. Und in einem weiteren Ticker alles zu neuen Corona-Zahlen im MK und damit verbundenen Ereignissen.

Bevor Weihnachtsmärkte stattfinden - oder auch nicht - steht für viele Menschen die Frage nach Urlaub in den Herbstferien auf der Agenda. Wer innerhalb Deutschlands verreisen möchte, muss einiges beachten - insbesondere, wenn er aus einem Risikogebiet kommt. Auch außerhalb Deutschlands in der EU sind derzeit viele Länder als Risikogebiete ausgewiesen. 

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