Weihnachtskonzert abgesagt

Das Konzert für Wigginghausen in der Schützenhalle am Loh: Diesen festlichen Anblick wird es in diesem Jahr nicht geben.

LÜDENSCHEID ▪ Erstmals seit 30 Jahren muss Lüdenscheid am dritten Adventssonntag ohne das Vorweihnachtliche Konzert für Wigginghausen auskommen: Das 31. Benefizkonzert für die Lebenshilfe wurde für dieses Jahr abgesagt.

Nach Angaben des Organisationsteams um Klaus Tiedge und Heike Hohage gibt es dafür mehrere Gründe.

Zunächst sei lange unsicher gewesen, ob die Schützenhalle am Loh als festlicher Veranstaltungsort wie gewohnt zur Verfügung stehen würde – wegen der Bodensanierung und des Pächterwechsels. Zugleich habe auch eine Denkpause angestanden.

Aus dieser Gemengelage heraus fiel vor einiger Zeit die Entscheidung, es diesmal nicht zu wagen. Jetzt, da das Orga-Team wieder viele Kartenanfragen erhält, machte Klaus Tiedge die Unterbrechung des traditionsreichen Chorkonzert-Reigens öffentlich. Es solle nur eine Pause sein und möglichst nicht das endgültige Aus für die mit Abstand größte Veranstaltung zur Weihnachtszeit in Lüdenscheid, betonte Tiedge gestern gegenüber den LN.

Zugleich aber wollten alle Beteiligten die entstehende Lücke als kreative Pause nutzen. Zur Fortsetzung im nächsten Jahr, zu der es den festen Willen gebe, will man sich konzeptionelle Änderungen überlegen. „Es geht darum, wieder eine größere Resonanz gerade beim jüngeren Publikum zu erzielen.“

In den letzten Jahren verzeichnete das Chorkonzert zu Gunsten der Stiftung Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen zwar noch immer ansehnliche Besucherzahlen: 2009 sorgte ein Musikschul-Projekt am Loh für ein volles Haus, auch die Jubiläumsveranstaltung im letzten Jahr war gut besucht.

Trotzdem: Im Vergleich zu den Gründerzeiten ist ein Abwärtstrend unverkennbar. So kamen sage und schreibe 1800 Menschen zur Premiere, als Jochen Köster, Günther Rodehüser, Hermann Hohage, Jürgen Dietrich und Charly Weller vor 30 Jahren das Konzert für Wigginghausen ins Leben riefen. Sie wollten der Lebenshilfe damit die Möglichkeit geben, den Gutshof Wigginghausen zu kaufen und für Menschen mit Behinderungen auszubauen. Der Erfolg übertraf die Erwartungen seitdem bei weitem: 30 Konzerte mit insgesamt 41 000 Zuschauern brachten 360 000 Euro für den guten Zweck ein – große Zahlen, die Klaus Tiedge möglichst nur als eine Zwischenbilanz sehen will.

Allen Beteiligten sei die erste Absage jedenfalls sehr schwer gefallen, sagte der Organisator, der selbst seit 1996 dabei ist. Zumal die altehrwürdige Halle am Loh auf jeden Fall zur Verfügung gestanden hätte, wie Architekt Rüdiger Wilde auf LN-Anfrage betonte: Der neue Parkettboden samt Heizung werde statt wie vorgesehen im Herbst nun erst im nächsten Sommer verlegt.

Dies, nachdem das Deutsche Institut für Bautechnik erklärt habe, dass es für den ursprünglich ausgesuchten Hallenboden der Sorte „Eiche geräuchert“ noch kein Prüfverfahren gab – eine Zulassung für Parkett ist aber seit Ende 2010 zwingend vorgeschrieben. Untersucht werden dabei laut Rüdiger Wilde vor allem die Ausgasungen in die Raumluft. Inzwischen habe man einen anderen Boden ausgeschrieben. Der Einbau soll in den Sommerferien erfolgen. ▪ Thomas Hagemann

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