AHA-Regel und Personenbegrenzung

Weihnachtsfeiern im MK: Stadt gibt grünes Licht - "herausragende Ereignisse"

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Eine Weihnachtsfeier – wie hier für die Ehrenamtlichen der Arche im vergangenen Jahr – wird es in dieser Form, mit engem Beieinandersein, in diesem Jahr nicht geben können.

Sie sollen den Abschluss eines Jahres bilden: Weihnachtsfeiern. Zwar können diese Feiern nicht in gewohntem Umfang durchgeführt werden, doch die Stadt Lüdenscheid gibt grundsätzlich grünes Licht. Dennoch leiden die Gastronomen unter der Situation.

Weihnachtsfeiern gehören für viele Betriebe zum Abschluss des Kalenderjahres. Doch auch hier macht das Coronavirus oftmals einen Strich durch die Rechnung. Das spüren auch die Gastronomen, die viele Absagen von Weihnachtsfeiern hinnehmen müssen. 

Restaurant Lazarus
Das Restaurant Lazarus hat bisher mehr Absagen als Zusagen zu verzeichnen. „Wir hatten insgesamt sieben Weihnachtsfeiern in unserer Planung. Vier davon sind schon abgesagt“, sagt Inhaber Dieter Hangen. Eine der ersten Weihnachtsfeiern in seinem Restaurant an der Brüninghauser Straße sei für den November gebucht. „Da wollen 15 Frauen vom Krankenhaus kommen“, sagt Hangen. Dass die Situation mehr als unbefriedigend ist, gibt Hangen zu, sagt aber: „Man kann es nicht erzwingen. Wir nehmen es einfach wie es kommt.“ Auch von einer unterschiedlichen Denkweise im Zusammenhang mit dem Coronavirus redet Hangen: „Viele haben Angst, andere finden es übertrieben, wie mit der Situation umgegangen wird. Ich gehöre auch dazu.“ Hohe Steinert Das Festzentrum Hohe Steinert, zu dem auch ein Restaurant gehört, ist ein beliebter Ort für Weihnachtsfeiern. „Die großen Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Weihnachtsfeier vom Krankenhaus Hellersen, sind abgesagt. Kleinere Weihnachtsfeiern sollen aber stattfinden“, sagt Küchenchef Michael Wagenleitner. Angst um seinen Arbeitsplatz und die Existenz des Restaurants hat er trotz aller Widrigkeiten und Absagen nicht: „Mein Chef sagt, wir halten auf jeden Fall noch ein Jahr so durch.“ 

Steakhaus Piepersloh
Das Steakhaus am Piepersloh von Besitzer Mate Renic hat mit einem hohen Maß an Ungewissheit zu kämpfen. „Es gibt viele, die bei uns auf Option Anmeldungen vornehmen. Das heißt, dass ihr Platz für den Tag reserviert ist, aber noch abgesagt werden kann“, sagt Renic, der auch davon spricht, dass Firmen Weihnachtsfeiern anders als gewohnt veranstalten: „Es gibt viele Firmen, die ihre Gruppen splitten wollen. Es gibt zum Beispiel eine Firma, die die Weihnachtsfeier zwar an einem Abend ausrichten möchte, das Personal aber in fünf Gruppen und fünf verschiedenen Räumen unterbringen möchte.“ Auch mit Absagen habe das Steakhaus am Piepersloh zu kämpfen, weshalb Renic personelle Konsequenzen ziehen musste. „Die Saisonkräfte, die wir sonst eingestellt haben, werden wir in diesem Jahr nicht beschäftigen können.“ 

Capitol
„Seit der letzten Pressekonferenz der Bundesländer ist das Geschäft mit Feiern eingebrochen“, sagt Capitol-Betreiber Nihad Kumalic und ergänzt: „Die Aussagen von Markus Söder und Karl Lauterbach schüren große Angst.“ Von fünf angekündigten Weihnachtsfeiern seien bisher drei abgesagt worden. „Mit den Kunden zu diskutieren, ist da nicht so ratsam“, glaubt Kumalic. Vom bisherigen Verhalten seiner Kundschaft, auch bei einer größeren Feierlichkeit, zeigt sich der Capitol-Chef zufrieden: „Die Leute haben sich komplett an die Regeln gehalten. Es kam zwar mal die Frage auf, ob getanzt werden darf. Als ich das aber verneint habe, war das für die Gäste auch in Ordnung.“ Sein erst Mitte Juli eröffnetes Lokal sieht Kumalic zunächst nicht gefährdet. „Wir können auf jeden Fall noch drei, vier Monate kostendeckend arbeiten.“ Als Ausgleich zu den fehlenden Einnahmen bietet das Capitol nun einen Mittagstisch an, auch wenn Kumalic damit von seinem Konzept als Bar und Ort für Feierlichkeiten etwas abrücken musste. 

Hans Schriever
Der Schraubenhersteller Hans Schriever richtet für gewöhnlich eine große Weihnachtsfeier aus. In diesem Jahr wird diese jedoch etwas anders gestaltet, wie Geschäftsführer Jan Schriever sagt: „Wir haben immer geschlossen eine Weihnachtsfeier gemacht. In diesem Jahr mussten wir uns natürlich Gedanken machen und werden die Weihnachtsfeier in verkürzter Form und draußen machen.“ 

Erco
Das Problem der Ausrichtung einer Weihnachtsfeier gibt es bei der Lichtfabrik Erco nicht, wie Katrin Haner erklärt: „Bei uns hat es nie eine Weihnachtsfeier gegeben. Wir haben immer ein Sommerfest ausgerichtet, das in diesem Jahr aber auch nicht stattgefunden hat.“ 

Das sagt die Stadt
„Betriebsfeiern werden als herausragende Ereignisse eingestuft. Deshalb sind Weihnachtsfeiern nach momentanem Stand mit bis zu 150 Personen möglich“, sagt Marit Schulte, Pressesprecherin der Stadt. Weihnachtsfeiern mit mehr als 50 Personen müssen jedoch beim Ordnungsamt angemeldet werden, und es müsse eine Anwesenheitsliste geführt werden. „Wir empfehlen allerdings, auch bei kleineren Feiern eine Anwesenheitsliste zu führen“, sagt Schulte. Bei der Stadtverwaltung selbst war eine Weihnachtsfeier bisher kein Thema: „Es gab noch nie eine offizielle Weihnachtsfeier. Wenn, dann haben die Fachdienste und Abteilungen eigene, kleine und private Weihnachtsfeiern gemacht“, sagt Schulte.

Update (14. Oktober):
Die Landesregierung hat im Zuge der neuen Coronaschutzverordnung, die seit dem 14.Oktober gültig ist, beschlossen, dass Feiern mit herausragendem Anlass im öffentlichen Raum nur noch  mit maximal 50 Personen stattfinden dürfen. In einem Risikogebiet (Orte mit einer 7-Tages-Inzidenz über 49,9) ist die Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt. Mehr dazu erfahren Sie auch in unseren Corona-Ticker

Informationen zur Anmeldung von herausragenden Anlässen und welche Feiern zu herausragenden Anlässen zählen, hat die Stadt auf ihrer Homepage bereitgestellt.

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