Klarer Appell

Weihnachten in Corona-Zeiten: Chef von Gesundheitsamt mit düstererer Prognose

Weil die Corona-Zahlen trotz des zweiten Lockdowns nicht maßgeblich sinken, macht sich der Gesundheitsamt-Chef Volker Schmidt große Sorgen. Was Weihnachten betrifft, hat er eine düstere Prognose.

Märkischer Kreis - Volker Schmidt, als Chef des Gesundheitsamtes oberster Corona-Bekämpfer des Märkischen Kreises, macht sich wegen des Coronavirus große Sorgen und appelliert im Einklang mit der Bundeskanzlerin an die Märker: „Beschränken Sie Ihre Kontakte auf das Notwendigste!“ (News zum Coronavirus in NRW)

LandkreisMärkischer Kreis
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche1.061,06 km2
Einwohner410.222 (Dezember 2019)

Weihnachten und Corona: Gesundheitsamts-Chef auch wegen Schulen in Sorge

Gerade in den Schulen bleibt Kontaktbeschränkung ein großes Thema. Laut Schmidt gibt es zurzeit in insgesamt rund 100 Schulen und Kindergärten im Kreisgebiet Infizierte oder Quarantäne-Fälle. Die Namen dieser Einrichtungen wechselten, die Anzahl bleibe leider relativ konstant. Das werde auch Auswirkungen auf Weihnachten haben. Ohnehin arbeiten viele Kirchen gerade daran, ein Konzept zu entwickeln, um das Weihnachtsfest in mehr oder weniger gewohnter Manier trotz Corona stattfinden zu lassen.

Schmidt: „Schulen sind zwar nicht unbedingt die Corona-Infektions-Treiber, aber für uns sind sie extrem arbeitsaufwendig wegen der hohen Zahl von Kontaktpersonen eines jeden Infizierten.“ Das könnten „mal 30, aber auch mal 100 oder 200 Menschen“ sein, die informiert werden müssten: „Das macht uns durchaus Kopfzerbrechen.“

Weihnachten und Corona: Gesundheitsamts-Chef fordert Maskenpflicht auch in der Grundschule

Komplette Schulklassen gingen aber nur in Corona-Quarantäne, wenn dort keine Schutzmasken getragen worden seien. Ansonsten gelte bei der Verhängung der Quarantäne das Flugzeug- oder Kleeblattprinzip: die direkten Sitznachbarn des Infizierten links und rechts sowie (je nach Sitzabstand) manchmal auch vor und hinter ihm müssen zuhause bleiben. Vor diesem Hintergrund ist Schmidt ein Verfechter der Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler.

Drohen trostlose Weihnachten? Normal wird es in jedem Fall nicht sein, sagt der Chef des Gesundheitsamtes des Märkischen Kreises.

Wie werden denn nun die nächsten Wochen aussehen? In einem Punkt ist sich Volker Schmidt bereits jetzt sicher: „Ein normales Weihnachten werden wir mit Sicherheit nicht erleben. Ich gehe davon aus, dass Bund und Länder in der nächsten Woche eher eine Verlängerung und vielleicht auch eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen beschließen werden.“ Für alle, die sich nach einem großen Familienfest sehnen, ist das eine dunkle Prognose. Außerdem sagt Schmidt: „Jeder vermiedene Kontakt ist zurzeit ein guter Kontakt.“

Weihnachten und Corona: Gesundheitsamts-Chef weist bei Impfstoff Verantwortung von sich

Zum Thema Verteilung eines Covid-Impfstoffs und Organisation der Impfungen sagt Volker Schmidt, bisher gebe es nur einen ersten Entwurf auf Bundesebene. Demnach sollen die Länder und die Kommunen verantwortlich sein. Er betont: „Den Aufbau einer Impfstelle können wir als Untere Gesundheitsbehörde nicht noch zusätzlich leisten. Das wird sehr aufwendig sein. Wir werden zwar unterstützen können, aber da sehe ich das Land und die Kassenärztliche Vereinigung in der Federführung.“ Selbst impfen könne das Gesundheitsamt ohnehin nicht: „Dafür haben wir viel zu geringe Kapazitäten im ärztlichen Bereich.“

Volker Schmidt macht sich große Sorgen.

Wer die ersten sein werden, die in den Genuss eines neuen Impfstoffes kommen, das wird laut Schmidt auf keinen Fall das Gesundheitsamt entscheiden, sondern das werde bundesweit vorgegeben.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene / dpa

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