Weiber feiern: „Hier brennt die Luft“

Die Stimmung bei den jecken Weibern war gut. Ausgelassen feierten sie im Pfarrer-Neunzig-Haus. ▪

HALVER ▪ „Karneval, wir feiern Karneval, olé, olé“, bereits vor dem offiziellen Beginn um 19.11 Uhr hielt es die jecken Weiber am Donnerstagabend nicht mehr auf den Bänken. Die Stimmung im Pfarrer-Neunzig-Haus war bereits vor der Show gut. Doch die Veranstalter der katholischen Kirchengmeinde wollten mehr. „Hier brennt die Luft“, lautete ihr diesjähriges Motto.

„Ein dreifaches Halver Helau!“, das Publikum war gut eingeheizt, die Show konnte beginnen. Fast 50 Akteure der Karnevalisten der katholischen Kirchengemeinde hatten ein vierstündiges Programm auf die Beine gestellt. Für jeden war etwas dabei, es wurde getanzt, gesungen, gespielt und sogar ein Männerballet trat auf. Höhepunkte am laufenden Band. Die Weiber konnten gar nicht genug bekommen. „Zugabe, Zugabe“, riefen sie nach jeder Nummer.

Fotogalerie zur Weiberfastnacht:

Weiberfastnacht im Pfarrer-Neunzig-Haus

Besonders lautstark wurde das Fuß-Ballett gefeiert: Die gegründete Schlager-Band, bestehend aus fünf Füßen, sorgte für Partystimmung. In Sketchen und Vorträgen nahmen die Narren vor allem den technischen Generationenkoflikt und die mit Anglizismen gespickte deutsche Sprache aufs Korn. Während Oma aus „Blackberry“ noch Marmelde machte, will die Enkelin damit telefonieren. Und Christel Kotsch überlegte in ihrem Vortrag, wie in einen Apple-i-Pod Äpfel und ein Ei rein passen sollen. Sie steht auch nicht auf Eau de Toilette von Dolce & Gabbana, sondern auf Villeroy & Boch, „da kann ich wenigstens drauf sitzen.“ Insgesamt ist sie von der Sprache so genervt, dass sie schließlich einem Kellner droht: „Warte ab, gleich macht dir Madame Grande mit ihrer Handtasche aus deiner grande Latte einen Piccolo.“

Der Sauerländer wurde auch ein wenig genauer belichtet. In einem Dorf schwammen die katholischen Landfrauen im Feuerlöschteich und trugen die neuste Häkelmode „Marke K bis H – Kinn bis Hacke“.

Für die Gäste war der Abend viel zu schnell vorbei. „Wir wollen noch nicht nach Hause, wir reißen heut’ die Hütte ab und feiern durch – die ganze Nacht“, sangen sie zum Abschluss. Nach der Show war schließlich noch längst nicht Schluss: Dschungelcampbewohner, Clowns, reife Früchte, Prinzessinen und allerlei Getier stürmten die Tanzfläche. ▪ Lydia Machelett

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