Wehberger fordern ihre Linie 54 zurück

In der Kritik, bald aber nicht mehr im Regen: Der Fahrplan an der Haltestelle Im Olpendahl, die ein Wartehäuschen erhält.

LÜDENSCHEID - Das fehlende Wartehäuschen für die Buslinie 44 Im Olpendahl (die LN berichteten) wird gebaut. Das erklärte gestern auf Anfrage MVG-Prokurist Peter Bökenkötter. Nach Rücksprache mit dem Lüdenscheider Baubetrieb STL sei diese Entscheidung noch am Dienstag gefallen.

Das Anlieger-Ehepaar Dahlmann hatte öffentlich auf den Missstand aufmerksam gemacht. Der LN-Bericht darüber sorgte gestern noch für weitere Reaktionen.

Mehrere Wehberg-Anwohner berichteten, dass sie ihre alte Linie 54 vermissen. Dieser Bus habe sie ohne das heute notwendige Umsteigen am Bahnhof an ihre gewünschten Ziele gebracht. Zudem komme die neue Linie 44 nur halbstündlich, treffe oft zu spät ein, und die Wagen seien vielfach mit Schülern überfüllt. Eine Anruferin brachte es auf den Punkt: „Wir wollen unsere 54 so wiederhaben, wie wir sie immer hatten.“

Das aber wird es laut Peter Bökenkötter nicht geben. Erstens, weil die MVG für volle Schülerbusse nichts könne. Zweitens, weil man bei den Verspätungen gegengesteuert habe. Und vor allem, weil die Fahrgastzahlen am Wehberg den 15-Minuten-Takt nicht mehr hergäben.

Zu den Schülern: Es sei vor allem der Gesamtschule seit Schuljahresbeginn nicht gelungen, die anfangs vereinbarten Schulzeiten einzuhalten. Kinder und Jugendliche seien oft früher nach Hause geschickt worden – oder erst später angefahren. „Mit dem Ergebnis, dass ganze Gelenkzüge leer fuhren, während zu anderen Tageszeiten 300 Schüler auf reguläre Wagen warteten.“ Mit den gerade vorgenommenen Änderungen der Fahrpläne soll dies besser werden, sagte Bökenkötter.

Zu den Verspätungen: Großbaustellen in der Stadt wie auf der Herscheider Landstraße oder am Sauerfeld hätten massive Auswirkungen auch auf den Busverkehr gehabt, nicht nur auf der Linie 44. Auch hier sei aber Besserung in Sicht.

Und zu den neuen Routen sagte Bökenkötter: „Wir haben Linien wie die 54, die aus Plettenberg als Regionallinie nach Lüdenscheid kam und hier erst zur Stadtlinie wurde, jetzt ganz bewusst aufgelöst.“ Davor sei es oft so gewesen, dass der Bus eine in Plettenberg „eingefangene“ Verspätung bis nach Lüdenscheid mitnahm.

Der MVG-Prokurist zeigte sich verwundert darüber, dass es nach Einführung der auch politisch beratenen und beschlossenen neuen Routen jetzt so viel Bürgerkritik gibt. Zur Bürgerversammlung der MVG zu der neuen Planung seien gerade vier interessierte Anwohner gekommen.

Die MVG bleibe indes offen für Kritik – unter Ruf 180 10 gibt es eigens eine Taste für „Fragen und Anregungen“.

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