Seit Juni wieder geöffnet

Jobcenter: Am Schreibtisch darf die Maske runter

+
Die Tür des Jobcenters am Christine-Schnur-Weg steht wieder offen - aber mit Einschränkungen. 

Lüdenscheid – Zwölf Wochen lang war die Tür des Jobcenters am Christine-Schnur-Weg für Hartz-IV-Empfänger geschlossen. Wegen des Corona-Lockdowns wurde der Publikumsverkehr in der Lüdenscheider Außenstelle wie in vielen anderen öffentlichen Einrichtungen am 18. März komplett eingestellt. Damit begann für die bedürftigen Kunden und die Mitarbeiter eine entbehrungsreiche Zeit – die nach wie vor anhält. Die Rückkehr zur Normalität lässt auf sich warten.

Seit dem 8. Juni ist die Lüdenscheider Geschäftsstelle wieder geöffnet – allerdings stark eingeschränkt. Nur wer einen Termin für ein persönliches Gespräch bekommen hat und dem Sicherheitsdienst die Einladung vorzeigen kann, erhält Zutritt.

Der Ansprechpartner oder Sachbearbeiter nimmt die Anspruchsberechtigten in Empfang und führt sie in sein Büro. Auf den Schreibtisch steht ein durchsichtiger Spuckschutz. „Uns war wichtig, dass man sich während des Gesprächs ins Gesicht schauen kann“, erklärt Karolin Kötsch, Sprecherin des Jobcenters Märkischer Kreis.

Daher dürfen die Jobcenter-Kunden und -Mitarbeiter in den Büros ihren Mund-Nasen-Schutz abnehmen. Um die Zahl der Begegnungen auf den engen Fluren möglichst gering zu halten, reduzierte das Jobcenter die Zahl der zu vergebenden Termine deutlich. Gleichzeitig wurden die Kontaktmöglichkeiten per Telefon und E-Mail nach eigenen Angaben ausgeweitet. Um die Flut von Anrufen bewältigen zu können, wurde in kürzester Zeit eine zusätzliche Hotline eingerichtet.

Der Bedarf war da. Viele Hartz-IV-Empfänger waren verunsichert und wollten zum Beispiel wissen, ob sie Leistungen weiterhin erhalten oder ob sie Sanktionen befürchten müssen, wenn sie Termine nicht wahrnehmen. „Unser Fokus lag von Anfang an darauf, dass die Leistungen weiterlaufen und die Anspruchsberechtigten ihren Lebensunterhalt auch in der Corona-Krise weiter bestreiten können. Das ist uns geglückt“, erklärt Kötsch. Auch nach der Öffnung versucht das Jobcenter, kulante Lösungen zu finden, zum Beispiel bei den Fristen für die Weiterbewilligungsanträgen auf Arbeitslosengeld II (ALG II).


Die Zahl der vom Jobcenter betreuten Bedarfsgemeinschaften im Märkischen Kreis ist in der Corona-Krise gestiegen – zwischen März und Juni von 16 050 auf 16 916. Das bedeutet ein Plus von 5,4 Prozent. Die meisten Betroffenen wurden von ihren Betrieben entlassen, fielen aber aufgrund der niedrigen Beschäftigungszeit wieder zurück in den ALG-II-Bereich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare