Kluse: Modellprogramm soll Jugendliche zur Arbeitsaufnahme motivieren

Modellprogramm soll Jugendliche zur Arbeitsaufnahme motivieren

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Mit rund 20 Teilnehmern war die Kluser Stadtteilkonferenz diesmal schwächer als gewohnt besucht. Genug Info- und Gesprächsbedarf gab es dennoch.

Lüdenscheid -   Bei Kluser Stadtteilkonferenzen prallen die Gegensätze mitunter recht deutlich aufeinander. So auch diesmal.

Da gibt es jene Akteure vom städtischen Jugendamt, die reichlich positive Energie im Viertel verorten und mit diversen Projekten und starkem sozialpädagogischen Akzent die dortige Jugend fördern wollen. Und da ist jene Anwohner-Fraktion, die den Niedergang des Quartiers längst für besiegelt hält.

Diese Blockbildung war auch bei der jüngsten Stadtteilkonferenz im Jugendtreff Stern-Center durchaus wieder erkennbar. Dabei dominierten an diesem Abend zunächst die hoffnungsfrohen Botschaften. So erinnerte Barbara Kleine – sie ist die neue Leiterin der Jugendförderung im Rathaus – an das Projekt „Kluse in Aktion“. Das hatte im vorigen Herbst Kluser Jugendlichen mehrere sportive und kreative Beteiligungs-Möglichkeiten geboten. In diesem Zuge hatten junge Männer und Frauen aus dem Viertel mit professioneller Unterstützung auch ein Video zur Kluse produziert.

Die mehrminütige Sequenz ist durch Sprechgesang und teils drastische Wortwahl geprägt. Themen sind Lebenschancen, aber auch Gefahren an der Kluse, so etwa Drogenkonsum. Das Video wurde bei der Stadtteilkonferenz erstmals öffentlich gezeigt. Es soll demnächst auf den einschlägigen Plattformen im Internet zu sehen sein.

Barbara Kleine war es auch, die sichtlich angetan von einem neuen Modellprogramm für die Kluse berichtete. Dessen Titel: „Jugend stärken im Quartier“. Die Stadt Lüdenscheid will an dieser bundesweiten Initiative teilhaben und hat sich daher um eine Förderung beworben. Es locken Bundes- und EU-Gelder. Sollten die wie erwartet im Sommer bewilligt werden, könnte das Programm vielleicht schon im Laufe dieses Jahres beginnen.

Zielgruppe, so Barbara Kleine, sind dabei Jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren. Konkret geht es um Schulabbrecher, „Schulverweigerer“ und um „Leute, die bisher aus allen Systemen gefallen sind“. So die Worte von Kleine. Diesen Jugendlichen soll mit der Maßnahme eine „persönliche und berufliche Stabilisierung“ angeboten werden. Die Motivation, eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen, soll laut Kleine gesteigert werden.

Gespräche mit Sozialarbeitern und Terminivereinbarungen etwa bei der Agentur für Arbeit gehören dabei zur Strategie. „Möglichst sollte es gar keinen Leerlauf zwischen Schulzeit und Berufsstart geben“, findet Kleine. Und Gabriele Teutenberg vom städtischen Jugendamt pflichtet bei: „Nichtstun ist das Allerschlimmste.“ Zwang allerdings ist nicht Bestandteil des Konzepts – die Teilnahme an dem Programm basiert auf Freiwilligkeit.

Keine Kluser Stadtteilkonferenz indes ohne Klagen über einen angeblichen oder tatsächlichen Niedergang des Viertels. Auch das war bei der jüngsten Gesprächsrunde nicht anders. Einer der Wortführer hier wie gewohnt: Dr. Hans-Peter Knauer.

Die Kritik des an der Kluse ansässigen Apothekers: Die Geschäftswelt im Quartier baue im Vergleich etwa zum Bräucken immer mehr ab, der Einzelhandel sei in weiten Teilen kollabiert. Knauers Formulierung: „In der Stadt nimmt man die Kluser Straße mittlerweile kaum noch wahr.“

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