Weder Essen noch Getränke für Schüler: Mensa-Pächterin hört überraschend auf

+
Ein erstes Probeessen in der Mensa der ARG gab es in dieser Woche, Austauschschüler aus Russland sowie die Schulleitung und Lehrer durften probieren.

Lüdenscheid – Weder eine Mahlzeit noch Getränke sollte es nach den Sommerferien für die rund 1300 Schüler und fast 100 Lehrer der städtischen Adolf-Reichwein-Gesamtschule (ARG) geben.

Für die Schulleitung „völlig unerwartet“ hat die Pächterin der Mensa und des Kiosks die Schule kurz vor Ende der Ferien vor rund anderthalb Wochen verlassen, wie Schulleiter Frank Bisterfeld sagt. Kurz darauf fiel auch der Getränkeautomat aus – „wir standen plötzlich ganz ohne Verpflegung da“. 

Seitdem ruht der Mensabetrieb. Für die Ganztagsschule eine echte Krise, betont Bisterfeld. „Wir müssen uns ja um eine Grundversorgung kümmern.“ Ab Montag soll das auch wieder der Fall sein, eine erste Lösung gibt es inzwischen – doch damit steht die Schule vor logistischen Problemen. 

Ausscheiden kam sehr kurzfristig

Aber von vorne: Die Pächterin, die seit mehreren Jahren die Mensa in der Schule führte, gab ihr Ausscheiden sehr kurzfristig bekannt, wie Sven Prillwitz als Pressesprecher der Stadt bestätigt. Offiziell „aus wirtschaftlichen Gründen“. Die Pächterin selbst wollte sich dazu auf Nachfrage unserer Zeitung nicht äußern. 

Ursprünglich habe es mit ihr, der Stadt und der Schule in den Sommerferien Gespräche wegen möglicher Verbesserungen gegeben, sagt Prillwitz. Dabei habe die Pächterin jedoch erklärt, dass sie die Schule verlässt. 

Schnelles Handeln gefragt

Gefragt war daraufhin schnelles Handeln, sagt Schulleiter Bisterfeld: „Ich habe erst mal Getränke geordert und eine Sitzung mit Lehrern, Schulleitung und der Schulpflegschaft einberufen.“ Eltern, Lehrer und Schüler erklärten sich bereit, den Kiosk während der Pausenzeiten zu betreiben, „um wenigstens etwas anbieten zu können“. Auf Dauer sei das aber natürlich keine Lösung, betont Bisterfeld. 

Vorerst seien die Eltern und Schüler über die Situation informiert worden. „Wir haben sofort versucht, einen neuen Caterer zu finden. Aber das ist so spontan wirklich sehr schwierig.“ Nach vielen Telefonaten und Anfragen hatte Bisterfeld schließlich Erfolg: Das Lüdenscheider Cateringunternehmen Cicero‘s sagte seine Unterstützung zu. 

Logistische Probleme

„Wir sind heilfroh, dass er das macht“, sagt Bisterfeld. Für die Schule bedeute das dennoch einen großen Aufwand, denn: Anders als bei der Pächterin wird das Essen nicht mehr in der Schulküche gekocht und nach Bedarf ausgeteilt, sondern in der Küche des Caterers zubereitet, heiß angeliefert und dann zu den Mittagspausen ausgeteilt. 

Außerdem muss sich die Schule nun vollständig um die Organisation kümmern. „Das stellt uns vor allem vor logistische Probleme“, erklärt Bisterfeld. Denn die Schüler müssten die Mahlzeiten ab Montag immer für eine ganze Woche vorbestellen, eine Entscheidung morgens am gleichen Tag sei nicht mehr möglich. 

Aber: „Das Essen wird frisch gekocht und ist gesund und ausgewogen und erinnert mehr an das, was man auch zuhause bekommt. Wir hoffen, dass dadurch auch mehr Schüler das Angebot nutzen werden. Der Ablauf muss sich jetzt erst mal einspielen.“ 

Personal fehlt, Stadt hilft aus

Ein weiteres Problem war das fehlende Personal. „Wir hatten keine Kräfte mehr, die in der Küche mitarbeiten“, sagt Bisterfeld. Abhilfe schuf die Stadt als Schulträger. „Die Mitarbeiter haben schnell reagiert und uns finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.“ Auf diese Weise konnte der Förderverein der Schule Kräfte einstellen. 

Noch handle es sich bei dem Catering um eine Probephase, bis Ende Januar seien die Mittel für das Konzept aber gesichert, bestätigt Prillwitz. „Es handelt sich durchaus um ein langfristiges Konzept, das auch so beibehalten werden könnte.“ 

Die Schulleitung würde das begrüßen: „Wir wollen keine Pommes und keine Süßigkeiten mehr“, sagt Bisterfeld. Vom ersten Probeessen in dieser Woche war die Lehrerschaft jedenfalls begeistert. Mitprobieren durften außerdem Austauschschüler aus Russland. „Wir finden das Konzept und die Küche wirklich gut“, betont der Schulleiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare